Pressetermin in Hameln

Am 28.09.2011 fand die Pressekonferenz der Regionalkonferenz Grohnde/Hameln statt. Die zusammengeschlossenen Anti-Atom-Gruppen arbeiten für eine schnelle Abschaltung des AKW Grohnde.

Vor allem geht es den Aktivisten um die Risiken, die durch die zivile Nutzung der Atomkraft mit dem AKW bestehen. Durch den aktuellen Atomausstieg der Schwarz-Gelben Regierung wird das AKW Grohnde länger laufen, als mit dem Ausstieg unter Rot-Grün. Zudem wurde das AKW für eine Leistungserhöhung vorgesehen. Das AKW ist nicht mehr neu und am Ende seiner geplanten Arbeitszeit. Jetzt eine Leistungserhöhung zu fordern und umzusetzen ist eine unfassbare Risikoerhöhung!

Die Themen im Überblick

  • Laufzeitverlängerung für das AKW Grohnde durch die aktuellen Gesetze der Bundesregierung geplant.
    Betrieb ist länger als im Rot/Grünen Atomausstieg verankert.
  • Besondere Gefahren durch den Atommüll am AKW:
    Das Abklingbecken im AKW Grohnde und die Lagerung des Atommülls im Zwischenlager auf dem AKW Gelände
  • erhebliche Lücken im Katastrophenschutz
    Es gibt kaum Antworten und Konzepte, wenn im Großraum um das AKW Grohnde die Notfallstellen und Behörden auf konkrete Notfallkonzepte angesprochen werden.
    Das AKW setzt MOX-Brennstäbe mit einem direkten Anteil an Plutonium ein und lagert die Brennstäbe am AKW.
  • Groß-Demo am 2.10.2011 vor dem AKW Grohnde ab 14 Uhr
  • 24-Stunden-Mahnwache vor dem AKW vom 2.10. bis 3.10.2011
  • Präsentation einer Broschüre zum AKW Grohnde und detaillierte Informationen zu den Gefahren des AKW

Die Broschüre ist als PDF über diesen Link verfügbar.

Die Broschüre kann u.a. unter dieser Adresse abgefordert werden:

Bürgerinitiative Umweltschutz e.V. (BIU) – Umweltschutz-Zentrum Hannover
Stephanusstr. 25
30449 Hannover
Tel. 0511/443303 / Fax. 0511/440579
eMail: strobach (at) biu-hannover.de
Internet: http://www.biu-hannover.de

Hintergründe im Detail

Mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima vor rund 6 Monaten rückte die
besondere Gefahr der Atomkraft in die Öffentlichkeit.
25 Jahre zuvor ist die Atomanlage in Tschernobyl havariert, das Leid und die Probleme sind geblieben. Die Reaktorreste strahlen noch hunderte Jahre.
Auch wenn Fukushima und Tschernobyl in den Medien keine Hauptrolle mehr
spielt, eskaliert die Lage dort weiter.
So ist es innerhalb der 6 Monate in Japan nicht gelungen, die Probleme ernsthaft einzudämmen. Immer neue Horrormeldungen sickern durch.
Betreiber wie auch öffentliche Stellen verharmlosen bis heute die Gefahren und Risiken.

Neben dem eigentlichen Reaktorkern bestehen weitere erhebliche Risiken in den abgebrannten Brennstäbe in dem Abklingbecken wie auch im Zwischenlager an einem AKW. Abgebrannte Brennstäbe müssen nach der Entnahme aus dem Reaktor viele Jahre aufwändig weiterhin abgekühlt werden.
Im Falle eines Unglücks mag ein Kraftwerk derart außer Kontrolle geraten, dass große Mengen Radioaktivität praktisch „unter freiem Himmel“ aus dem Reaktor, dem Abklingbecken sowie einem Zwischenlager frei werden. Eine atomare Wolke kennt keine Grenzen und ist unberechenbar in der Verbreitung.

Auch in Deutschland werden die Risiken und Probleme verharmlost und verheimlicht. Selbst das Kraftwerk in Grohnde unterliegt dem Risiko, außer Kontrolle zu geraten! Es sind immer wieder Zwischenfälle bekannt geworden, einige haben bis zur Sofortabschaltung des AKW geführt. Zuletzt wurde bekannt, dass das Kraftwerk mit defekten Brennstäben betrieben wurde, so dass in diesem Jahr eine erneute Revision Mitte November (ein zweites mal) erfolgen muss.

Aus Kostengründen wird am AKW Grohnde mehr Atommüll gelagert als nötig.
Die Abklingbecken des AKW sind derzeit „überfüllt“ und stellen zusätzlich ein erhebliches Risikopotential dar.

Konkret zum Szenario eines Zwischenfalls mit erheblicher Verstrahlung:
Tschernobyl und Fukushima zeigen, dass ein Umkreis von 30 bis 80 km betroffen ist. In einem Umkreis von 80 km um Grohnde leben 5,2 Mio Menschen – im Umkreis von 30 km rund 700.000!
Quelle: http://opendata.zeit.de/atomreaktoren/#/de/grohnde

Der Katastrophenschutz weist erhebliche Mängel für den Fall eines atomaren Unfalls im AKW Grohnde auf. Ausgebildete Ärzte und Notunterkünfte fehlen.
Ernsthafte konzepte zur Evakuierung der Menschen existieren weder für eine Zone von 30 km und erst recht nicht für die genannten 5,2 Mio Menschen in der 80 km Zone. Hannover ist nicht einmal in der Lage kurzfr. 10.000 Menschen zu evakuieren.

Zu den Organisatoren
Die Anti-Atom-Gruppen in dem Umkreis um Grohnde haben 2010 ein gemeinsames Plenum gegründet: Die Regionalkonferenz zum AKW Grohnde.
In der Regionalkonferenz zum AKW Grohnde sind unter anderem die Anti-Atom-Gruppen aus Hameln, Hannover, Bielefeld, Braunschweig, Göttingen, Salzgitter, dem Landkreis Schaumburg und der Region Ostwestfalen-Lippe zusammengeschlossen.

Unterstützung bei Aktionen gibt es aus dem gesamten Bundesgebiet.

Die Teilnehmer der Regionalkonferenz kritisieren die faktische Laufzeitverlängerung des AKW Grohnde und halten den Weiterbetrieb für unverantwortlich.


Daher laden wir, die Regionalkonferenz und die Unterstützer zu einer großen Demonstration mit 24-Stunden-Mahnwache am 2. und 3. Oktober vor dem AKW Grohnde ein!


Anfragen zur Demo richten Sie an: demo (at) grohnde-abschalten.de

Presseanfragen richten Sie an: presse (at) grohnde-abschalten.de

Persönliche Anfragen nimmt unser Pressesprecher entgegen:
Bernd Schlinkmann, Reherweg 133, 31787 Hameln
bernd (at) grohnde-abschalten.de

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