Grohnde speist wieder Strom ins Netz

Seit dem 5.12. ist Grohnde wieder am Netz und die Revisionsarbeiten sind abgeschlossen.

Hier die offizielle Pressemeldung des Betreibers EON:

Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde speist wieder Strom ins Netz

Das Kernkraftwerk Grohnde ist seit dem Morgen des 5. Dezember 2011 wieder mit dem Stromnetz verbunden. Die Anlage war am 19. November 2011 für die Inspektion und den Tausch von Brennelementen planmäßig vom Netz getrennt worden.

Während des Stillstands wurden 20 Brennelemente durch neue ersetzt und die im Reaktor verbleibenden Brennelemente einer Inspektion unterzogen. Es wurde kein Brennelement mit defekten Brennstäben festgestellt.

Im Verlauf des Anfahrens kam es bei geringer Leistung zu einer betrieblichen Abschaltung einer Kondensatpumpe im Sekundärkreislauf. Die Anlage wurde dadurch auslegungsgemäß vom Netz getrennt und abgeschaltet. Nach erfolgter Ursachenbehebung konnte die Anlage erneut mit dem Netz synchronisiert werden. Das Vorkommnis liegt unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken (‚Stufe 0‘). Es wurde der Aufsichtsbehörde angezeigt. Die Einstufung erfolgt in die Meldekategorie ‚N‘.

Für die Revisionsarbeiten kamen zusätzlich ca. 500 externe Fachkräfte zum Einsatz. Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr beauftrag­ten Gutachterorganisationen TÜV Nord und Germanischer Lloyd überwachten alle si­cherheitstechnisch relevanten Arbeiten.

Um den Menschen wieder etwas „Sand“ in die Augen zustreuen, wird am Ende der Pressemeldung die CO2 Einsparung durch die Atomstrom-Erzeugung ausgewiesen. Fakt ist, dass man aber nicht von den Umweltverschmutzungen durch den Atommüll, der Aufarbeitung oder Herstellung der Brennstäbe, geschweige denn, von dem Uranabbau spricht. Diese CO2 Einsparungen sind gegenüber den „anderen“ Verschmutzungen wohl eher ein Witz!

Wenn man 20 Brennstäbe tauscht, hat man, wenn man gut rechnen kann, 20 Brennstäbe mit hochradioaktivem Atommüll. Und, wohin mit dem Mist? Ach, erstmal ins Zwischenlager…
Und dann? Ist doch egal. Am Besten in den nächsten Jahren nach Gorleben, auf Kosten der Steuerzahler – so denkt es sich der Betreiber EON sicherlich.

Seit der letzten Revision im Mai 2011 war das Kernkraftwerk mit einer Zeitverfügbar­keit von 100 Prozent am Netz und erzeugte in diesem Zeitraum etwa 5,1 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Umwelt ersparte das Kernkraftwerk Grohnde damit knapp 5 Millionen Tonnen CO2.

Interessant dürfe die Frage sein, woher eigentlich die Brennstäbe kommen und woher das Uran für die Brennstäbe…

In Bezug auf die abgegebenen radioaktiven Abgase hat der IPPNW eine offizielle Anfrage an das Land Niedersachsen geschickt. Gem. den gesetzlichen Vorgaben, sind die Werte innerhalb von 4 Wochen zu melden. Bisher liegt keine Info vor.

Auch wäre es interessant zu wissen, wie die 500 externen Helfer so bezahlt werden. Und wie es bei denen mit den maximalen Jahresstrahlendosen so aussieht. Es gab mehrfach Berichte, dass bei den Revisionen Hilfskräfte unter widrigsten Bedingungen arbeiten müssen. Klar, das eigene Personal will man den radioaktiven Strahlungen bei den Arbeiten nicht aussetzen, dafür können Lohnarbeiter über Subunternehmen ran…
Der Spiegel schrieb dazu am 6.11.2011 passend: „Nuklear-Nomaden“ in deutschen Atomkraftwerken

Der Vollständigkeit, hier noch die Pressemeldung zu der Abschaltung am 18.11.:

Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde für Brennelementwechsel vom Netz

In der Nacht von 18. auf den 19. November 2011 wird das Kernkraftwerk Grohnde für die Inspektion und den Tausch von Brennelementen planmäßig vom Netz getrennt.

Während des Stillstands werden 20 Brennelemente durch neue ersetzt. Zusätzlich dazu werden die im Reaktor verbleibenden Brennelemente vorsorglich einer Inspektion unterzogen. Diese Prüfung resultiert aus einem Befund aus dem zurückliegenden Brennelementwechsel im Frühjahr, bei dem an zwei von ca. 45.000 Brennstäben ein geringfügiger Hüllrohrschaden festgestellt wurde. Für die vorsorgliche Inspektion der Brennelemente hat sich die E.ON Kernkraft im Frühjahr entschlossen, die Anlage mit einem verkürzten Zyklus bis Herbst dieses Jahres zu betreiben und hatte dafür den Beladeplan des Reaktorkerns angepasst.

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