Keine neuen Brennstäbe über Bremerhafen

Eine für März 2012 geplante Lieferung mit Mischoxid-Brennstäben über England über Bremen ist abgesagt!

Anfang April wird das AKW Grohnde für 2 Wochen abgeschaltet, für eine neuerliche Revision, bei der auch wieder Brennstäbe ausgetauscht werden sollen. Damit dürfte die Absage bei EON nicht positiv aufgenommen worden sein.

Hintergrund:
Ein Atomkraftwerk tauscht mindestens einmal im Jahr Brennstäbe aus – so auch beim AKW Grohnde. So muss die Zulieferung von Brennstäben sichergestellt werden. Das fatale ist, dass die an sich nicht so schlimm radioaktiven Brennstäbe durch den Einsatz zu den schlimmen Atommüll mutieren. Durch die fortwährenden Kernspaltungen werden die atomaren „Rohstoffe“ zu dem gefährlich strahlenden Atommüll. Die Endlagerung ist ungeklärt und die Rückstände der Brennstäbe strahlen teilweise 1 Mio Jahre.

Die Atomkraft ist ein Dinosaurier in der Energiepolitik. Somit schwindet auch die Akzeptanz der Rohstofflieferungen. Das AKW Grohnde wird von der Atomanlage in England (Sellafield) mit Brennstäben beliefert.

Durch die Absage der Belieferung über den Hafen Bremen aus England gibt es nun ein Problem. Denn das Unternehmen Nuclear Cargo Services (NCS) in Hanau hat seinen Antrag beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für den Transport von Mischoxid-Brennelementen aus dem britischen Sellafield zum Atomkraftwerk Grohnde durch bremisches Territorium vor einer Woche zurückgezogen.

Zeitgleich beantragte die NCS, eine Tochterfirma der vier großen Energieversorger, eine Alternativroute über das deutsche Straßennetz.
Die „Anlandung“ nach der Schiffspassage über den Ärmelkanal soll demnach über einen ausländischen Hafen, vermutlich in Belgien, erfolgen.

Nun ist die Frage, wie sicher ist so ein Transport über die Straße. Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es. Wie sie es mit dem Katastrophenschutz aus, wenn so ein Transport verunfallt. Viele Fragen, die ungeklärt sind. Den Atomkraftgegnern ist nicht bekannt, dass es für Transporte einen Katastrophenschutz gäbe – FATAL wenn dann doch etwas passiert.
Doch kennen wir es anders? Selbst für einen Atomzwischenfall im AKW Grohnde gibt es einen Katastrophenschutz, der den Namen „Schutz“ nicht verdient. Selbst nach der Katastrophe in Japan hat sich nichts verbessert – dies zeigt eine offizielle Aussage von den zuständigen Behörden im Landkreis Hameln/Bad Pyrmont!

Mit diesem Schritt reagieren NCS und der Grohnde-Betreiber Eon offenbar auf das bevorstehende Verbot von Atomtransporten durch Bremen. Die Bürgerschaft der Hansestadt will noch in diesem Monat auf Vorschlag des rot-grünen Senats das bremische Hafenbetriebsgesetz entsprechend ändern.

Diese Pläne haben nicht nur Proteste der bremischen Wirtschaft sowie aus den Nachbarländern Niedersachsen und Hamburg, sondern auch heftigen Widerspruch des Bundesumweltministeriums ausgelöst.

Norbert Röttgen (CDU, Bundesumweltminister) hält das Bremer Vorgehen für
rechtswidrig.
Das ist für einen Umweltminister an sich lächerlich, denn soll sich ein Umweltminister für oder gegen die Umwelt einsetzen? Gute Frage 🙂
Die Atomkraft-Gegner sehen die Rechtswidrigkeit eher in der Nutzung der Atomkraft, als in der Weigerung der Zulieferung.

Im Ergebnis ist die Weigerung von Bremen der konsequent richtige Schritt, um von der Atomkraft los zu kommen und die Energiewende zu forcieren.
Es wäre schön, wenn die Rot-Grüne-Regierung in NRW ebenso konsequent wäre, und die Atomanlage in Gronau ebenso verweigern würde. Zumindest hat es die Koalition in ihren Plänen, die Anlage zu schließen. Doch die Taten lassen auf sich warten. Gronau beliefert rund 10% des Weltmarktes an Brennstäben. Fast täglich wird der „Atom-Dreck“ in NRW herumgefahren, ohne öffentlich bekannt gemachter Genehmigungen. Es gibt zahlreiche Zwischenfälle, die -wie bekannt in der Atomwirtschaft- eher verheimlicht als offen und transparent gehandhabt werden.
Bremen macht einen wichtigen Anfang in die Zukunft, die für Atomkraft keinen Platz mehr hat!

Quelle Weser-Kurrier

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