AKW Brokdorf unter Verdacht…

Folgend ein erschreckendes Thema. Das kann auch die Region rund um das AKW Grohnde betreffen. Jedes AKW hat dauerhafte und zu Revisionszeiten erhöhte Strahlungen. Dabei ist das AKW Grohnde nicht ausgenommen!

Studie fordert neue Untersuchungen wegen erhöhter Krebsrate

In der 1.500 Einwohner zählenden Gemeinde Wewelsfleth in Schleswig-Holstein geht die Angst um. In dem Ort gibt es mehr Krebserkrankungen als anderswo. Da das Atomkraftwerk Brokdorf nur vier Kilometer entfernt ist, glauben viele an einen Zusammenhang.

In einer aktuelle Studie werden nun weitere Untersuchungen gefordert…

Diese Frage sollte auch für den Kreis Hameln-Bad Pyrmont geklärt werden. Wieviele Krebskranke gibt es? Wieviele ausßergewöhnliche Krankheiten, wie z.B. bei den Atemwegen oder Hauterkrankungen?

Gibt es überhaupt Statistiken dazu? Wer überwacht die?

Fragt Eure Politiker, wie z.B. den Landrat im Kreis.
Fragt bei den Krankenhäusern der Region nach.
Wer kennt im Kreis Hameln Menschen, die unter Krebs leiden, die Leukämieerscheinungen haben oder gar in den letzten Jahren daran gestorben sind…

Der Bürgermeister Ingo Carstens in Wewelsfleths macht seit Jahren Druck wegen der vielen Krebserkrankungen in seinem Ort, doch die Verantwortlichen wiegeln ab!
Carstens ist bei diesem Thema selbst betroffen, denn nicht nur seine Ehefrau, auch seine spätere Lebensgefährtin sind an Krebs gestorben. Er kennt ganze Straßenzüge mit entsprechenden Krankheits- und Sterbefällen in seiner Gemeinde und weiß um die Krebsgeschichten, die hinter etlichen Gräbern auf dem Friedhof stecken. Die Wahrscheinlichkeit, in Wewelsfleth an Krebs zu erkranken, liegt statistisch 49 Prozent über dem Durchschnitt in Schleswig-Holstein. Das hat eine Erhebung von Fällen von 1998 bis 2008 ergeben.

Die Bremer Messstelle für Arbeits- und Umweltschutz (MAUS) fordert vom Sozialministerium in Kiel nun weitere Untersuchungen. Insbesondere weist man seitens der Bremer Einrichtung darauf hin, dass radioaktive Niedrigstrahlung auch unterhalb der festgelegten Grenzwerte zu einer gesundheitlichen Gefahr erwachsen könne. Im Hause von Minister Heiner Garg (FDP) hat man sich bisher immer auf die Position des Lübecker Landeskrebsregisters zurückgezogen, das von einer zufälligen Erscheinung ausgeht und auch darauf hinweist, dass die typischen mit Radioaktivität bekannten Leukämieerscheinungen in Wewelsfleth gar nicht überproportional gegeben seien. MAUS widerspricht und sagt, dass es eben nicht nur eine ionisierende Strahlung für bestimmte Krebsformen gibt. Und auch die Aussage, dass für eine wissenschaftliche Bewertung eine viel höhere Patientenzahl erforderlich sei, stellt MAUS in seiner aktuellen zwölfseitigen Studie in Abrede.

Als geradezu zynisch empfindet man bei den Betroffenen den Hinweis aus dem Sozialministerium, man müsse schließlich auch die Faktoren wie Alkohol, Tabak, ungesunde Ernährung und eine genetische Veranlagung in den Bereich denkbarer Ursachen mit einbeziehen. Gehen die Bewohner von Wewelsfleth vielleicht auch nur häufiger zu Krebsvorsorgeuntersuchungen als andernorts? Auch diese These musste man sich schon anhören.

Bürgermeister Carstens und Karsten Hinrichsen von der atomenergiekritischen Initiative »Brokdorf akut« wollen sich nicht länger mit der aus ihrer Sicht praktizierten Hinhaltetaktik abfinden. Sie überreichten Anfang des Jahres bereits knapp 2000 Unterschriften an das zuständige Ministerium. Dort soll es jetzt am 27. März ein weiteres Treffen geben. Die Atomkritiker werden dann noch einmal die Einrichtung einer unabhängigen Wissenschaftskommission einfordern.

Rätselhaft bleibt, warum in anderen Gemeinden und in Brokdorf selbst keine erhöhte Krebsrate registriert wurde. Auf dieses Argument verweist auch gern der Meilerbetreiber E.on, wenn der Reaktor als mögliche Ursache für das inzwischen seit über zehn Jahren zu beobachtende Phänomen von Wewelsfleth genannt wird. »Brokdorf akut« richtet sich nun auch an das Energieunternehmen und appelliert an E.on, sich finanziell an künftigen Studien zur Ursachenforschung zu beteiligen. Als weiterer möglicher Verursacher wurde bislang zudem eine kleine Werft angesehen, die mit Gefahrenstoffen arbeitet. Gibt es womöglich unbekannte Altlasten?

Es bleiben viele Fragen…

… nicht nur beim AKW Brokdorf!


Quelle: Dieter Hanisch, 16.3.2012, Neues Deutschland

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Deutschland, Einladung, Grohnde, Meldung, Presse, Termine veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s