Gut vernetzt, gut informiert…

Die Atomkraftgegner sind gut vernetzt. Nicht nur in Deutschland, sondern in Europa wie auch immer stärker „globalisiert“.
So sind auch wir als Atomkraftgegner in der Regionalkonferenz zum AKW Grohnde gut vernetzt und gut informiert.

Was ist in England los?
So informieren uns Aktivisten in England in der Nähe von Sellafield zeitnah, was dort so passiert. Eben auch, ob es eine Lieferung für das AKW Grohnde gibt.
Aber wir haben auch selbst den Atom-Frachter ‚Atlantic Osprey‚ im Blick, wann er wohin ausläuft. Derzeit liegt das Schiff im Hafen von Workington.
Nach vorliegenden Infos ist das Schiff für den Transport von 16 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen aus Sellafield zum AKW Grohnde vorgesehen. Es wird sich zeigen, ob der Betreiber EON tatsächlich 12 Monate nach Fukushima die Anmaßung besitzt, MOX-Brennelemente im AKW Grohnde zu betreiben. Sellafield würde sich freuen, die plutoniumhaltigen Brennstäbe los zu werden. Seit dem Unglück in Japan dürfte dieser „Markt“ eingebrochen sein. Es gibt daher auch Planungen, teile der Atomanlage in Sellafield still zu legen.

Wie sieht’s in Deutschland aus?
Aber auch in Deutschland informieren uns die Aktivisten vor Ort bei der Atomanlage Lingen regelmäßig. So wissen wir, dass die ersten Atomtransporte mit Brennelementen für Grohnde angeliefert werden.

Jahresrevision?
Mit einer Revision, die jährlich wiederkehrend bei Atomkraftwerken stattfindet, werden die Brennstoffe ausgewechselt – Alt gegen Neu. Ein Brennelementewechsel bedeutet, dass neue Brennstäbe eingesetzt werden, und dafür alte herauskommen. Diese „alten“ Brennelemente müssen viele Jahre in einem Abkühlbecken lagern, bis diese Transportfähig in das Zwischenlager auf dem AKW Gelände eingebracht werden. Jeder Wechsel hat also Atommüll zur Folge. Atommüll, der auf Jahrtausende irgendwie und irgendwo absolut sicher gelagert werden muss.

Sicherheit von Atommüll?
Wir möchten Euch an die Atommüllfässer aus den kürzlichen Medienberichten erinnern. So „sorgsam“ wird mit Atommüll bei den Betreibern umgegangen! So wird Atommüll „sicher“ gelagert, für viele tausende Jahre!
Wir möchten dazu auf den NDR-Bericht „Rostige Atommüllfässer: Streit über Sicherheit“ verweisen.

Wie informiert der Betreiber?
Neben unseren Quellen informert aber auch der Mehrheitsbetreiber des AKW Grohnde auf einer Internetseite. Nach eigenen Angaben von E.ON Energie wird die diesjährige Revision und damit wohl auch der Brennelementwechsel im AKW Grohnde im Zeitraum vom 06.04.12 bis zum 21.04.12 stattfinden.
So richtig offensiv und transparent wird das natürlich nicht veröffentlicht! Soweit reicht die Transparenz des Atomkonzerns dann doch nicht.
Wir können die Informationen also nur aus der der am 14.03.12 veröffentlichten Liste der ‚Erwarteten Nichtverfügbarkeiten‘ der von E.ON Kernkraft betriebenen Atomkraftwerke ableiten.

Der Atomtransport rollt schon !
In der KW 10. haben die Atomtransporte von neuen Brennelementen aus der Brennelementfabrik „Advanced Nuclear Fuels GmbH“ (ANF) in Lingen für das AKW Grohnde begonnen, das ist Fakt.
So die Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in der Liste der Transportgenehmigungen für ‚Kernbrennstoffe‘ mit Stand vom 12.03.12.
Es erfolgte am 06.03.12 ein erster Transport von „unbestr. BE“ (unbestrahlten Brennelementen) aus der „ANF“ (Advanced Nuclear Fuels GmbH Lingen) in das „KWG“ (Kernkraftwerk Grohnde in Emmerthal).

Wo ist die Transparenz?
Schade, dass auch die Aufsichts- und Genehmigungsbehörde nur in Abkürzungen möglichst intranspart über solche gefährlichen Transporte über die normalen Straßen im üblichen Straßenverkehr informiert. Der Bürger würde sich auch hier mehr Offenheit und Transparenz wünschen! So kann jeder auf der Strecke direkt vor, hinter oder neben so einem Atomtransport gefahren sein und war den Risiken eines solchen Transports ausgesetzt.

Die aktuelle Transportgenehmigung des BfS (laufende Nummer: 7174) wurde „erst“ sehr kurzfristig am 28.02.12 erteilt. Darin ist von max. 15 Transporte ausschließlich auf der Straße die Rede. Letztlich gibt es jedes Jahr zu fast der selben Zeit diese Transporte, da fragt man sich, warum die Genehmigungen so kurzfristig erteilt werden…

Befristet ist die Transportgenehmigung bis zum 31.03.12. Die Genehmigung könnte aber auch kurzfristig erweitert werden. So z.B. über eine Genehmigung zum Transport von MOX-Brennelementen…

Ein Rückblick auf 2011
Für die Jahresrevision 2011 wurden vom BfS ebenfalls max. 15 Transporte mit „max. 100 unbestr. Uran-BE für DWR“ (DWR =
Druckwasserreaktor) aus Lingen als Straßentransport in das
AKW Grohnde genehmigt (damals die laufende Nummer 7018 1.Ä.).
Die Transporttermine waren: 08.03.11, 10.03.11, 15.03.11, 21.03.11 und 22.03.11.
Die Jahresrevision im AKW Grohnde erfolgte im Zeitraum vom 02.05.11 bis zum 14.06.11. Es wurden aber nur 20 Brennelemente ersetzt.
Aber im anschließend Zeitraum einer zweiten Revision vom 19.11.11 bis zum 05.12.11 wurden weitere 20 Brennelemente nachgeladen.
Die zweite Revision war nötig, da man Anfang 2011 mindestens ein kaputtes Brennelement vorgefunden hatte.

Rückblick auf 2010
Die Jahresrevision 2010 wurden vom BfS ebenso mit max. 15
Transporten von max. 100 Uran-BE aus Lingen als Straßentransport genehmigt (laufende Nummer 7018).
Die Transporttermine waren: 12.01.10, 14.01.10, 19.01.10,
21.01.10 und 25.03.10.
Die Jahresrevision lag im Zeitraum vom 06.04.10 bis zum 26.04.10.
Dabei wurden 52 Brennelemente ersetzt.

Sollte uns EON tatsächlich zumuten, im Raum Hameln das AKW mit Plutonium-Brennstäben betreiben zu wollen, ist mit erheblichen Widerstand zu rechnen. Auf der Demo am 11. März in Hannover war der Unmut zu spüren und es gab zahlreiche Gespräche über Ideen und Aktionen zum friedlichen Widerstand.
Die Grünen der nun abgetretenen Landesregierung NRW haben sich deutlich gegen MOX-Transporte durch NRW ausgesprochen. Viele Bürger und die Anti-Atom-Gruppen im Großraum Hannover haben mit Briefen an Hr. Röttgen und andere Dienststellen eine klare Position bezogen und Forderungen in den Raum gestellt. Antworten dazu stehen von Hr. Röttgen wie auch den Parteien und Ministerien in NRW sowie Niedersachsen aus.

Wir erinnern uns, dass Hr. Röttgen dieser Tage als Spitzenkandidat in NRW für die CDU aufgestellt wird. In NRW stehen über 150 Atomtransporte an. In NRW steht in Gronau eine maßgebliche Atomanlage, die für den „Atomkreislauf“ 10% des Weltmarktanteils an der Produktion von Uran-Brennelementen hält. Die NRW Politiker und Parteien werden diese Fragen und Probleme im anstehenden kurzen Wahlkampf zu spüren bekommen!

2013 stehen aber auch in Niedersachsen Wahlen an. Gerade Niedersachsen ist das Atomklo der Bundesrepublik und hat zahlreiche Atomanlagen. Die heiße Debatte um Gorleben ist noch offen und wird mit großer Sicherheit auf den Wahlkampf ausstrahlen.
Somit müssen sich in Niedersachsen die Politiker und Parteien auf ungemühtliche Fragen und Aktionen einstellen – versprochen 🙂

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