Schon wieder undichtes Spaltelement in Gundremmingen

Beim Thema Atomkraft gibt es immer wieder Horrornachrichten. Wer sich die Kette der Probleme in den AKWs in Europa ansieht, bekommt das Grausen! Es ist völlig unverständlich, wie uns Politik und Industrie verkaufen konnte, dass die Atomkraft sicher ist!

So nun wieder ein Zwischenfall in Gundremmingen. Ganz nebenbei erklärt die Kraftwerksleitung, in völligem Altagsturnus, dass im Block B des AKW Gundremmingen wohl wieder ein Spaltelement undicht sei. Solche Zwischenfälle sind derart schwerwiegend, dass das AKW kurzfr. heruntergefahren werden musste und vom Netz ging.

Es ist unverständlich und unverfrohren, dass die AKW-Leitung den Zwischenfall am 27.03. ganz beiläufig beim Jahrespressegespräch bekannt gemachte. Seit dem Jahr 2010 häufen sich gerade im AKW Gundremmingen Vorkommnisse mit undichten Spaltelementen.
Undichte Spaltelemente führen in der Regel zu höheren Freisetzungen von Radioaktivität. Dabei werden die Grenzwerte angeblich nicht verletzt, so die Betreiber, die auch selbst die Messungen und Bewertungen vornehmen. Aber diese Grenzwerte sind nicht so bemessen, dass sie vor zusätzlichen Krebserkrankungen schützen würden. Die Grenzwerte sind ein Kompromiss zwischen den Interessen des AKW-Betriebs und denen des Gesundheitsschutzes.

Das AKW Gundremmingen setzt mit seinen alten und problematischen Siedewasserreaktoren im Regelfall die meiste Radioaktivität aller deutschen AKW frei. Hinzu kommt, dass in Gundremmingen mit Spaltelementen experimentiert wird. Es werden dem Vernehmen nach auch russische WAU-Elemente und sehr viele plutoniumhaltige MOX-Elemente eingesetzt – laut der atomkritischen Initiative „FORUM“ mehr als in irgendeinem anderen Siedewasserreaktor der Welt. Außerdem wurde seit Jahren die Anreicherung der Elemente mit den Spaltstoffen Uran235 und Plutonium239 erhöht. Laut „FORUM“ sind das Vorbereitungen auf eine im Herbst 1999 beantragte und bis heute noch nicht genehmigte Leistungserhöhung der Gundremminger Reaktoren.

Auch für das AKW Grohnde ist der neuerliche Einsatz von MOX-Brennstäben geplant und genehmigt. Das AKW erwartet in Kürze eine Lieferung aus England über den Seeweg. Doch in Anbetracht der Probleme und Risiken, wie sie Fukushima und Gundremmigen zeigen, ein Irrweg!

Wann endlich greift das Bayerische Umweltministerium als verantwortliche Aufsichtsbehörde ein?
Unfassbar stehen Bürger und Atomkraftgegner vor dieser Frage!

Bis heute haben die verantwortlichen RWE-Manager noch nicht die Ursache der Probleme geklärt – oder vielmehr den Bürgern als „dummes Wahlvieh“ nichts von den Ursachen mitgeteilt. Eine Katastrophe! Man stelle sich so ein Vorgehen in einem Kleinbetrieb vor! Dieser würde wohl von den Aufsichtsbehörden komplett dicht gemacht.
Sicherlich mag der Betreiber nicht mehr viel Geld in ein Kraftwerk investieren, dass bald abgeschaltet wird. Doch sind die Laufzeiten der deutschen Kraftwerke am Ende der bei der Planung vorgesehenen maximalen Laufzeit. Das verbaute Material wird schwach, ist es jahrzehnte alt. Man bedenke, welchen technischen Standard wir vor 20 oder 30 Jahren hatten. Wer hat noch einen Fernseher aus den 80-er Jahren? Welche KFZ entsprechen aus den Jahren noch den gültigen TÜV Vorgaben?
Allein daran sieht man, dass auch eine Hochrisikotechnologie dem Prozess der Veralterung unterliegt.
Klar ist, dass die Konzerne wider besseren Wissens, den Blick auf die Finanzen und die Gewinnlage richten, weniger auf die Sicherheit. Gerade einer EON geht es dieser Tage nicht sehr gut, denn sie haben erhebliche Fortschritte der Energiewende schlicht weg verschlafen. Massive Managementfehler treten ans Tageslicht und offenbaren riesige Löcher, die finanziell schwer zu tragen sind. Doch muss Sicherheit der Bürger klar den Vorrang haben. Ggf. muss die Politik prüfen, ob solche quasi Monopole zerschlagen werden müssen, um die notwendige Energiewende dezentraler Strukturen vorschub zu leisten. In 2012 ist der klare Trend, die Netzeübernahme und Energiegewinnung durch Stadtwerke und in Bürgerhand zu vor forcieren.

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