Wir fordern Überprüfung der Brennelement-Federn

Atomkraftgegner fordern die Überprüfung von Brennelement-Federn am AKW Grohnde

Die Regionalkonferenz zum das AKW Grohnde fordert vom Betreiber EON und den Aufsichtsbehörden, im Rahmen der Revision des Atomkraftwerks auch zu Überprüfung, ob es Schäden bei den Brennelementen gibt, wie in 2011 und wie beim AKW Brokdorf.

In einer am Dienstag verbreiteten Erklärung begründeten die Umweltschützer die geforderte Kontrolle damit, dass im AKW Grohnde anscheinend Brennelemente vom selben Hersteller Areva zum Einsatz kommen wie im AKW Brokdorf.
Das Atomkraftwerk Brokdorf war wegen gebrochener Niederhalterfedern an Brennelementen im Abklingbecken Ende März 2012 vom außerplanmäßig Netz genommen worden, um auch die Brennelementfedern im Reaktor kontrollieren zu können.

Weiter möchten die in der Konferenz vertretenen Anti-Atom-Gruppen vom Betreiber und den Aufsichtsbehörden wissen, wann und wie oft Risse am Reaktordruckbehälter, am Sicherheitsbehälter und den druckführenden Rohren des Primäkreislaufs kontrolliert werden. Hier haben die Atomkraftgegener mehrfach auf Probleme mit dem Material hingewiesen. Dazu gibt es zahlreiche Akten aus und nach der Bauzeit, die belegen, dass es erhebliche Mängel gegeben haben muss. Gerade diese Bereiche sind sensibel und bedürfen der höchsten Sicherheit, damit es nicht zu einem SuperGAU kommt. Es ist nicht auszumalen, was passiert, wenn einer dieser Bereiche im Primärkreilauf bersten, weil der Stahl oder die Schweißnähte nicht halten.
Es ist davon auszugehen, dass die damals verwendeten Stahlsorten besonders rissanfällig sind. Heute würde niemand einem AKW mit der Materialbeschaffenheit eine Betriebsgenehmigung erteilen. Das Kraftwerk ist jedoch JETZT am Ende seiner geplanten Nutzungszeit. Neben der Laufzeitverlängerung bis ins Jahr 2022 gab es auch eine Leistungserhöhung und eine weitere genehmigte Leistungserhöhung, die noch nicht in Betrieb genommen wurde. Grohnde ist mit eines der stromstärksten AKWs weltweit!

Die Regionalkonferenz hatte zu den Problemen eine umfassende Broschüre 2011 herausgegeben. Es gibt klare interne Belege für die Stahlprobleme, die auch EON und den Aufsichtsbehörden bekannt sein müssen.

Ferner fordern die Atomkraftgegner die Veröffentlichung von Abluftwerten im Internet.
Sie befürchten, dass die erhöhte Abgabe radioaktiver Abluft während der Revision beim Öffnen des Reaktordruckbehälters erhöhte Raten an Kinderkrebsfällen um Atomkraftwerke verursachen. Es gibt Studien, die belegen, dass es diese Risiken gibt. Frau Claussen (IPPNW) hatte im März bei einem Vortrag darauf hingewiesen. EON hatte danach von Rufmord gesprochen, aber keine Gegenbelege vorgelegt.
„Wenn EON die Werte für so gering hält, wie von Ihnen in den letzten Tagen verlautbart, dürfte es ja keine Problem sein, diese kontinuierlich zu veröffentlichen“, so ein Sprecher der Atomkraftgegner. Das niedersächsische Umweltministerium muss als Aufsichtsbehörde muss eine entsprechende nachträgliche Auflage erlassen – hier geht es um die gesundheitliche Sicherheit der Menschen. Hier müssen klar die Menschen und nicht der Profit aus einer Hochrisikotechnologie im Vordergrund stehen!

Im Dezember 2007 sorgte das Ergebnis einer Studie des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz bundesweit für Schlagzeilen:

Je näher ein Kind an einem Atomkraftwerk wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es an Leukämie erkrankt. Vermutet werden von Strahlungsexperten Zusammenhänge mit Emissionsspitzen (innerhalb der offiziellen Grenzwerte). Diese Emissionsspitzen wurden durch Recherchen in einem im Juni 2011 ausgestrahlten Betrag des ARD-Magazin „Plusminus“ am AKW Gundremmingen während der Revisionen nachgewiesen.

EON und das Land Niedersachsen haben jetzt die Chance, die Zahlen der Messstationen und die Werte der Abgase am Abluftkamin offen zu legen. Legen sie diese Zahlen nicht offen, zeigt es, dass die Atomkraftgegner Recht behalten und die Zahlen wegen der Brisanz nicht offen gelegt werden sollen. Hier kann sich niemand mit dem Argument von Betriebsgeheimnissen herausreden. Es liegt die klare Forderung auf dem Tisch, die Zahlen über das ganze Jahr untertägig zu veröffentlichen. Gerade jetzt ist eine Revision, bei der der Reaktor geöffnet wurde. Gerade in 2011 gab es einen Zwischenfall, so dass es eine zweimalige Revision gab, im April und im November.

Es wäre doch auch ein Leichtes, wenn EON die TÜV-Berichte und die der Kontrolleure der aktuellen Revision offenlegt. Wo gibt es dabei Probleme, wenn das AKW Grohnde sicher und zuverlässig ist?
Alle sprechen von völliger Transparenz, dann soll man den Bürgern auch alles offenlegen und keine Geheimnisse mehr haben.

Weiterhin steht im Raum, dass Grohnde wiederholt mit MOX-Brennelementen beladen werden soll. Die Lieferung steht in 2012 aus. Die Ware liegt seit geraumer Zeit in England in der Wiederaufarbeitungsanlage. Zur aktuellen Revision hat man auf den Einsatz von MOX verzichtet. Doch wurde weder von EON noch von der Aufsichtsbehörde eine Absage zu MOX erteilt. Diese klare Absage an MOX fordern die Atomkraftgegner aus Niedersachsen und NRW. Es wäre unverantwortlich, die selben Risiken wie in Fukushima einzugehen. Wir sollten doch alle aus den Problemen rund um den Zwischenfall in dem AKW Fukushima unsere Lehren gezogen haben.

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