Tour der AtomEnergie in Göttingen

Das AntiAtomPlenum in Göttingen ruft für den 22. April zu Protest gegen Sponsor E.ON auf

Jedes Jahr in der Woche, in der sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl jährt, präsentiert der Energiekonzern E.ON mit Hilfe des Radrennens „Tour d’Energie“ seine grüne Schokoladenseite (dieses Jahr am 22. April). Die E.ON Mitte AG ist Hauptsponsor dieser Großveranstaltung, zusammen mit der Sparkasse und den Göttinger Stadtwerken (die anteilig mit E.ON verquickt sind).

Radsport ist an sich eine unterstützendwerte Sache und könnte sich präsentieren als Event gegen Autowahn, für umweltschonende Verkehrskonzepte und regnerative Energie (Muskelkraft). Durch die Auswahl der Sponsoren und den nicht ohne Grund ausgesuchten Namen wird die „Tour d’Energie“ aber vereinnahmt von einem Großkonzern, der sonst mit Umweltschutz überhaupt nix am Hut hat:

E.ON betreibt – auch nach dem vermeintlichen Atomausstieg – weiterhin in Europa 17 Atomreaktoren, ist an fast allen deutschen weiter laufenden AKWs beteiligt, außerdem an der Urananreicherungsanlage in Gronau und verdient über die Gesellschaft für Nuklearservice am Ausbau der äußerst umstrittenen Atommülllagerstätten. In Finnland plant E.on darüber hinaus den Bau eines neuen AKWs. Auch die Neuerrichtung klimaschädlicher Kohlekraftwerke wird massiv vorangetrieben. Seit Fukushima betreibt E.ON zwar vermehrt Werbung für Solarenergie, klagt aber gleichzeitig beim
Bundesverfassungsgericht gegen die Stilllegung der E.ON-Schrottmeiler Krümmel und Brunsbüttel und gegen die Brennelementebesteuerung. Nur ein Bruchteil des von E.ON gelieferten Stroms kommt aus regenerativer Energie (2010 waren es unter 9 Prozent, 84% aus Kohle und Atom).

Sich scheinbar fürs umweltfreundliche Fahrrad einzusetzen ist bei E.ON Teil einer „Greenwashing“-Kampagne, um das schlechte Image des Konzerns aufzupolieren. Dazu gehört neben dem Sponsern diverser Sportveranstaltungen (und gelegentlich Tieraufzuchtstationen)auch die scheinheilige Beratung zum Stromsparen in der neuen E.ON-Geschäftsstelle „Treff Energie“ und durch Infostände und „Energiespar-Mobile“ (z.B. beim Gänselieselfest, regelmäßig am Kaufpark oder bei der Energiemesse in der Lokhalle).

Am Fahrradrennen 2012 nehmen 20 FirmenmitarbeiterInnen in E.ON-Trikots teil, die Rennstrecke wird geschmückt von unzähligen E.ON-Bannern und Bandenwerbungen. Zudem prangt gewöhnlich ein riesiger luftgefüllter E.ON-Torbogen über der Rennstrecke auf der Zielgeraden. Im vorigen Jahr verzichteten die Veranstalter auf den Bogen, nachdem AtomkraftgegnerInnen Protest angekündigt hatten.

In diesem Sinne ruft das AntiAtomPlenum dazu auf, am 22.April 2012 wieder das Rennen zu besuchen und gegen den Sponsor E.ON kreativ und fantasievoll zu protestieren. Es soll mit Flyern über die Machenschaften von E.ON aufgeklärt, zum Stromwechsel aufgerufen und optisch oder akustisch Unmut bekundet werden. Ziel ist es nicht, das
Rennen an sich in Frage zu stellen oder zu behindern.

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