Radfahren gegen Atomkonzerne

Immer wieder kann man beobachten, wie große Konzerne ihren „dreckigen“ Ruf durch medienwirksame Aktionen „sauber“ waschen wollen. Dies ist auch bei unseren „Lieblichskonzern“ EON ebenso der Fall.

Es gibt für solche Kampagnen einen treffenden Namen: GREENWASHING!

Denn wir Ihr Euch einmal die Ausßendarstellung von EON in der TV-Werbung, bei Flyern oder bei öffentlichen Aktionen anseht, scheint EON der totale Energiewende-Konzern zu sein. Man denkt, 90% der Energiegewinnung ist sauber und Umweltverträglich. Doch das ist eine Lüge, die unterschwällig mit tollen Bildern und anderen Andeutungen transportiert wird. Nur gerade einmal 9% (!!!) sind saubere Energie und fast 90% ist durch Kohle und Atom. EON ist einer der großen Betreiber von Atomkraftwerken in Europa, immerhin 17 dieser Hochrisiko-Monster werden von EON in Europa betrieben. Und EON reicht das noch lange nicht, sie beteiligen sich immer wieder an den Neuplanungen bei Kernkraftwerken und sind mit der Urananreicherungsanlage Gronau ganz von bei der Atomkette mit dabei, denn Gronau beliefert rund 10% des Marktes an Brennstäben.

Schaut selbst in die Bilanz von EON, welchen Anteil sie in 2011 und 2012 in die saubere Energie investieren – das ist ein Witz!

Folgend die Pressemitteilung des AntiAtomPlenum Göttingen vom 22. April 2012 zur erfolgreichen Teilnahme beim „Tour d’Energie“ von EON:

Anlässlich des Radrennens „Tour d’Energie“, bei dem der Atomkraftwerksbetreiber E.ON einer der Hauptsponsor ist, protestierten mehrere Menschen in Göttingen gegen Atomkraft und Greenwashing. An der Zieleinfahrt befanden sich AktivistInnen, die Flugblätter über E.ON an das Publikum verteilten und Transparente und Anti-Atom-Fahnen zeigten. Eine Gruppe RadfahrerInnen begab sich auf die Rennstrecke, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Sie trugen rote „E.OFF!“-T-Shirts und hatten ihre Fahrräder mit Fahnen und Plakaten geschmückt.

Darauf bedacht, das Rennen nicht zu behindern und niemanden zu gefährden, fuhren sie äußerst rechts. An der Kreuzung Wiesenstraße/Bürgerstraße blockierte die Polizei allerdings die Rennstrecke mit einem Einsatzfahrzeug und zwang die RadfahrerInnen unsanft zum Anhalten. Auf Grund der angekündigten Proteste und der Erfahrungen der letzen Jahre, dass dieser Profilierungsversuch eines großen Atomkonzerns nicht ohne Proteste hingenommen würde, war eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Polizei vor Ort und erteilte nach Personalienaufnahme und Filmaufnahmen Platzverweise an die AktivistInnen.

Eine Aktivistin resümierte: „Wir bleiben weiter an E.ON dran, bis alle AKWs stillgelegt sind! Dabei unterstützen wir natürlich auch die Kinderkrankenbett-Karawane zum AKW Grohnde, die momentan unterwegs ist.“

Hintergrundinformationen

E.ON betreibt – auch nach dem vermeintlichen Atomausstieg – weiterhin in Europa 17 Atomreaktoren, ist an fast allen deutschen weiter laufenden AKWs beteiligt, außerdem an der Urananreicherungsanlage in Gronau und verdient über die Gesellschaft für Nuklearservice am Ausbau der äußerst umstrittenen Atommülllagerstätten. In Finnland plant E.on darüber hinaus den Bau eines neuen AKWs. Auch die Neuerrichtung klimaschädlicher Kohlekraftwerke wird massiv vorangetrieben. Seit Fukushima betreibt E.ON zwar vermehrt Werbung für Solarenergie, klagt aber gleichzeitig beim
Bundesverfassungsgericht gegen die Stilllegung der E.ON-Schrottmeiler Krümmel und Brunsbüttel und gegen die Brennelementebesteuerung. Nur ein Bruchteil des von E.ON gelieferten Stroms kommt aus regenerativer Energie (2010 waren es unter 9 Prozent, 84% aus Kohle und Atom).

Sich scheinbar fürs umweltfreundliche Fahrrad einzusetzen ist bei E.ON Teil einer „Greenwashing“-Kampagne, um das schlechte Image des Konzerns aufzupolieren. Dazu gehört neben dem Sponsern diverser Sportveranstaltungen (und gelegentlich Tieraufzuchtstationen) auch die scheinheilige Beratung zum Stromsparen in der neuen E.ON-Geschäftsstelle „Treff Energie“ und durch Infostände und „Energiespar-Mobile“ (z.B. beim Gänselieselfest, regelmäßig am Kaufpark oder bei der Energiemesse in der Lokhalle).

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