Wir waren bei EON auf der Hauptversammlung…

Quelle: BILD.de (dpa)Jedes Jahr aufs neue gibt es die Hauptversammlungen der Energiekonzerne. So auch das Aktionärstreffen von EON, dem Hauptbetreiber des Atomkraftwerks in Grohnde.

Mit dabei – die Regionalkonferenz zum AKW Grohnde! Wir war in Essen in der Grugahalle und hatten den EON-Vorstand einige Fragen in die Zange genommen (siehe Bild Schlagzeile vom 2. Mai, die wir überaus Ernst genommen haben).

Tobias Darge hat vertretend für die Regionalkonferenz folgende Worte an den Vorstand gerichtet. Tobias hat zu seinen Fragen gleich auch die Antworten mit eingearbeitet und enttäuschend.
Geantwortet hat der EON Chef Teyssen (EON-Vorstandsvorsitzender). Teyssen ist bekennender Atomfreund und hat mit seiner falschen Strategie den EON Konzern finanziell fast an die Wandgefahren. Seit 2000 ist es bekannt, dass Deutschland aus der Atomkraft aussteigt. EON, RWE und Co hat das nicht weiter interessiert. Gerade Teyssen hat bis heute die Kernkraftstrategie im Griff und nutzt jede Gelegenheit politische Druck auszuüben – auf Kosten der Steuermittel und auf Kosten der Gesundheit der Bürger. Die unfassbaren Atommüllproblemen, die uns solche ignoranten Manager für hunderte von Generationen hinterlassen, wollen wir hier jetzt nicht weiter aufgreifen.

AKW Grohnde Gegner auf der EON Hauptversammlung am 03.05.2012

Mein Name ist Tobias Darge, ich spreche stellvertretend für die Regionalkonfrenz zum AKW Grohnde, ein Zusammenschluß von Anti-Atom-Gruppen im Umkreis um das AKW Grohnde.

Letzte Woche Donnerstag, am 26.April, dem Tschernobyl-Jahrestag, kreiste 30 Minuten lag über den AKW Grohnde und dem Zwischenlager ein unangemeldeter Hubschrauber.
Die Polizei reagierte nervös und war sichtlich irritiert, was dies auf sich hat.
Die halbe Stunde, die der Hubschrauber über dem AKW kreiste, hätte auf jeden Fall ausgereicht, damit sich jemand sich abseilt und Sprengstoff an sensible Stellen des Atomkraftwerks bzw. am Zwischenlagers anbringt.
Um die Zwischenlager sollen ja auch noch 10 Meter hohe Mauern
gebaut werden.

  • FRAGE:
    Sollen die Decken auch verstärkt werden?
    Aber die Lüftungsschlize des Zwischenlagers müsse ja irgendwie schon frei bleiben, damit die Abwärme der Castoren aus der Halle entweichen kann.
    ANTWORT:
    Die Halle ist ausreichendem Maße sicher.
    Wir halten alle Anforderung ein.
  • FRAGE:
    Gibt es Gegenmaßnahmen gegen so ein Hubschrauber-Szenario oder muss man davon ausgehen, dass es dann zur Atomkratastrophe kommt und
    EON genauso pleite geht oder am staatlichen Tropf hängt wie die Firma TEPCO nach Fukushima?
    Oder sind entsprechende Rücklagen angelegt worden?
    (Anmerkung: Das Basler Prognos-Institut – prognostiziert die Kosten eines SUPER-Gau auf 2.500 Mrd EUR)

    ANTWORT:
    EON bildet nach Gesetzeslage Rücklagen.

Bei der letzten Revision des AKW Grohnde ab dem 5. April sind defekte Dübel am Wasserstoffabbausystems festgestellt worden.

Anwohner haben gefordert, erst Dübel zu sanieren, und dann erst das AKW wieder anzufahren, weil das Atomkraftwerk mit lockeren Dübeln anfälliger gegenüber Erdbeben ist.

Das AKW Grohnde ist nur gegen ein Erdbeben der Stärke 6 ausgelegt.
So könnten zum Beispiel die Rohrleitungen leichter herunterfallen. Ohne ein funktionierendes Wasserstoffabbausystem kann es zu Wasserstoffexplosionen kommen.

  • FRAGE:
    Wie viele Dübel sind davon betroffen?
    Warum ist das AKW Grohnde trotz der Sicherheitsmängel, ohne dass
    alle Dübel saniert waren, am Sonntag, den 22. April wieder ans Netz
    gegangen?

    ANTWORT:
    Dübel sind bereits vor 10 Jahren gesetzt worden. Defekte Dübel gibt es nicht.
    Es gibt nur wenige Dübel, die nicht den Prüfkriterien entsprechen.
    Sie können in Absprach mit Aufsichtsbehörde auf während des Betriebes
    saniert werden.

  • NOCH MAL NACHGEFRAGT:
    Wie viele Dübel sind es?

    ANTWORT:
    Ich kenne nicht jeden einzelnen Dübel.

Bis Ende des Jahres ist ein Transport von plutoniumhaltigen Brennelementen von der britschem Sellafield zum AKW Grohnde genehmigt.
Schon ein millionstel Gramm eingeatmet kann Krebs erregen. Der Einsatz im Reaktor erhöht das Risiko. Abgebrannte MOX Brennelemente strahlen doppelt so stark.
Selbst die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag sagt, MOX-Brennelemnte sollen nicht im Reaktor einsetzen werden, sondern können maximal dort gelagert werden.

  • FRAGE:
    Wird EON trotz alle dem von der Genehmigung tatsächlich Gebrauch
    machen und falls ja, für wann ist der Transport geplant?

    ANTWORT:
    Wir sind völkerrechtlich verpflichtet, Brennelemente zurückzunehmen und gesetzlich verpfichtet, sie einzusetzen. Für den Einsatz von MOX-Brennelementen gibt es Genehmigungen. Es ist noch keine Aussage zum Transporttermin möglich.

Sowohl der Reaktordruckbehälter als auch der Sicherheitsbehälter sind sowohl beim AKW Grohnde, als auch beim AKW Grafenrheinfeld aus Stahlsorten gebaut, die besonders rissanfällig sind und schon beim Einbau entsprach der Stahl nicht dem damaligen Stand von Wissenschaft und Technik.

So sind Szenarien denkbar, wie dass der Reaktordruckbehälter Bersten kann und den Sicherheitsbehälter durchschlagen und große Mengen Radioaktivität werden frei.

Wie auch eine neue Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz von April belegt, ist der regionale Katastrophenschutz darauf überhaupt nicht vorbereitet!

Wir danken Tobias für seine Ausführungen und die Zusammenfassung der Rede mit Fragen bei der EON Hauptversammlung. Schade, dass auch hier EON auf keine der Fragen ehrlich und ernsthaft geantwortet hat. Die Falschantwort in Sachen der Dübel haben wir bereits einen Tag später im Gespräch mit dem Kraftwerksbetreiber vor Ort aufgedeckt, denn dort ist seit Wochen bekannt, dass es erhebliche Probleme mit den Dübeln gibt. Wenn wir den Vorstand zu Problemen befragen, wollen wir keine persönlichen Antworten „Ich weiß nicht wie viele Dübel es dort gibt“. Bei einer Hochrisikotechnologie sollte man erwarten, dass es qualifiziertes Personal gibt und keine unqualifizierten Antworten eines EON Vorstands. Das Schauspiel am 3. Mai war mehr als peinlich und hat EON einmal mehr als glaubhaften und vertrauensvollen Atomkraftwerksbetreiber disqualifiziert!

Die Problematik des mangelhaften Katastrophenschutz werden wir in den nächsten Monaten im erheblichen Maße aufgreifen und mit der Politik, spätestens im anstehenden Wahlkampf, thematisieren!

Wir bleiben für die Sicherheit der Bürger und für die schnelle Umsetzung der Energiewende an den Themen dran – versprochen!

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