Wir haben nachgefragt: Erdbebensicherheit…

Die Mitglieder der Regionalkonferenz machen sich gemeinsam mit den Bürgern Sorgen…

Das AKW Grohnde hat Probleme. Es macht den Anscheint, dass diese Probleme nicht Ernst genommen werden. Die Behörden wie auch der Betreiber verheimlichen und sagen nicht die Wahrheit.

So müssen wir uns auf die vorliegenden wenigen Informationen stützen und ziehen Fachleute hinzu…

Aktuell gibt es große Probleme mit den Dübeln, die im AKW Grohnde „lebensnotwendige“ Leitungen fixieren. Diese Dübel sind schadhaft bis locker. Im Rahmen der Revisionsarbeiten wurden diese Probleme festgestellt. Solche Probleme sind bekannt. Klar, so ein AKW wie Grohnde ist schon lange im Betrieb. Leitungsrohre wie bei der Kühlung sind Extremen ausgesetzt. Es ist also klar, dass sich durch Warm/Kalt und die damit verbundenen Bewegungen die Rohre an den Dübeln arbeiten. Um Schaden an den Rohren zu verhindern, müssen solche Dübel regelmäßig geprüft und auch erneuert werden.

Nun hat man beim AKW Grohnde bei den Revisionsarbeiten die Probleme erkannt und teilweise behoben. Doch die Zeit der Revision hat nicht ausgereicht, alles zu prüfen.

Bei anderen AKWs mit vergleichbaren Problemen, wurden diese über Monate still gelegt, damit die Dübel vollständig geprüft und korrigiert/repariert werden konnten. Man wollte dort keinerlei unnötige Risiken eingehen.

Siehe hier einen Bericht zu Biblis aus 2006 vom Spiegel (Quelle als Link):

MontagemängelDübel legen AKW Biblis lahm
Weil möglicherweise Tausende Dübel zur Befestigung von Rohrleitungen falsch montiert wurden, droht dem Atomkraftwerk Biblis ein wochenlanger Totalausfall. Die Erdbebensicherheit ist nicht gewährleistet. Auch andere Meiler werden nun überprüft…

In ähnlicher Sache ein Bericht aus 2011 unter Beachtung der Katastrophe von Fukushima:

Probleme mit Dübeln in Südwest-Meilern
An sicherheitstechnisch relevanten Dübel-Befestigungen in den Kernkraftwerken Philippsburg und Neckarwestheim sind Mängel festgestellt worden…

Bei dem AKW Grohnde scheint das nicht anders zu sein. Nur fatal ist, man hat das AKW trotz bekannter weiterer Probleme ans Netz genommen und führt die sensiblen Arbeiten mitten im Betrieb durch. Das ist so, als würde man bei einem Auto an der Kühlung hantieren, wenn der Motor läuft.

Man stelle sich vor, dass in dem Betrieb an den Rohren der Kühlung unter extremer Hitze einige Dübel repariert oder neu gesetzt werden müssen und bei den Arbeiten Fehler gemacht werden. Fehler sind menschlich und man kann Fehler nicht ausschließen! So hätten wir dann ein AKW, dass im Betrieb Probleme mit der Kühlung bekommt – also genau das, was in Fukushima und Tschernobyl zum SUPER-Gau geführt hat.

Wenn man die Dübel nicht ordnungsgem. prüft und repariert, kann ein leichtes bis starkes Erdbeben für weitere Schäden sorgen. Halten die Dübel die teilweise sehr schweren und großen Rohre nicht, bricht die Kühlung zusammen.

Im Weserbergland mag es sein, dass es keine Erdbeben gibt, aber weil man das so sieht, schließt man Erdbeben nicht kategorisch aus!

Also haben wir beim Spezialisten nachgefragt, ob es Wahrscheinlichkeiten gibt, dass ein Erdbeben das AKW Grohnde erschüttert.

Folgend die Antwort eines Spezialisten vom 3. Mai auf unsere Anfrage:

Datum: Thu, 03 May 2012 15:38:05 +0200
Von: Grimmel
An: Tobias Darge
Betreff: Re: Erdbeben, Dübel und Knallgas

Sehr geehrter Herr Darge,

gerne komme ich Ihrem Wunsch nach:

Nach Auskunft des Niedersächsischen Sozialministeriums vom 28.01.1980 wurde das damals noch im Bau befindliche AKW Grohnde gegen eine maximale Beschleunigung des Untergrundes bei Erdbeben von b = 0,5 m/sec 2 ausgelegt.

Dieser Wert ist bei weitem zu niedrig angesetzt, da nach Ahorner (1989) selbst im Norddeutschen Tiefland Beben-Intensitäten von I = 8 bis 9 mit Beschleunigungswerten von b = 1,5 bis 7,0 m/sec 2, und im Mittelgebirge noch höhere Intensitäten und Beschleunigungen auftreten können.

Die statistisch errechenbare Eintrittswahrscheinlichkeit eines maximalen Erdbebens ist unerheblich; erheblich ist die grundsätzliche geologische Eintrittsmöglichkeit während der Betriebszeit eines AKW!

Mit freundlichen Grüßen
Eckhard Grimmel

Man beachte den letzten Satz, mit dem hier der ausgesprochen versierte und anerkannter Prof. Grimmel klar stellt, dass es nicht um statistisch errechenbare Eintrittswahrscheinlichkeit gehen darf, sondern um die grundsätzliche geologische Eintrittsmöglichkeit. Denn mit so einer Fehlannahme konnte es überhaupt erst zu dem SUPER-Gau in Russland und in 2011 in den Hochtechnologieland Japan kommen. Solch einer falschen Einschätzung dürfen wir in Europa nicht erneut verfallen…

Das Bundesamt für Strahlenschutz sagte nach Fukushima, dass es eine Überprüfung zur Erdbebensicherheit geben solle.
Hier ein Beitrag in der Welt zur Erdbebensicherheit:
http://www.welt.de/wissenschaft/article12827553/Erdbebengefahr-fuer-deutsche-AKW-wird-unterschaetzt.html

Im Streßtest der Bundesregierung hat das AKW Grohnde im Übrigen zum Erdbeben nur Level 1 bestanden, nicht Level 2 und 3!

—-
Hintergrundinfos

Prof. Grimmel ist ein kritischer Sachverständiger, der schon 1978 Gorleben als ungeeignet kritisierte – auch das bei Gorleben ohne Öffentlichkeitsbeteiligung immer wieder weiter ausgebaut wurde/wird. Er stellt klar heraus, dass in Gorleben nicht nur „erkundet“ wird, wie offiziell lange behauptet.
Er war auch schon beim Prozess gegen das AKW Mühlheim-Kärlich Sachverständiger.

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