Atom-Transport-Schiff „Atlantic Osprey“ unterwegs

Die Atomkraftgegner aus dem Umkreis des AKW Grohnde haben ihre Blicke nicht nur auf das lokale AKW gerichtet. Durch die weiterhin bestehende Bedrohung durch einen bis zum Jahresende genehmigten MOX-Transport, wird der Schiffsverkehr der typischen „Atom-Routen“ kritisch im Blick gehalten.

Dieser Tage gab es wieder Aktivitäten
So ist am 20.05.2012 der Atomtransporter ‚Atlantic Osprey‚ in England aufgebrochen mit dem Ziel Cherbourg/Frankreich.

Der britische Frachter für Atomtransporte ‚Atlantic Osprey‘ (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4, Flagge: Groß Britannien, Baujahr 1986) ist ein ehemaliges Ro/Ro-Frachtschiff für Fahrzeugtransporte. Nun fährt er für die Atomindustrie quer über die Meere im europäischen Raum.

Am 20.05. um 11:44 Uhr (UTC) ist das Schiff aus dem britischen Hafen von Workington an der Irischen See ausgelaufen.
Am 21.05. um 16:41 Uhr (UTC) fuhr es im Nordatlantik, nordwestlich der britischen Küste von Cornwall, mit Kurs in Richtung Ärmelkanal (7,8 Knoten Fahrt, Kurs 184 Grad).

Das Reiseziel Cherbourg (Frankreich, 1.000km von Grohnde entfernt) wurde am 23.05.2012 gegen 7 Uhr erreicht.

Der Grund für die Fahrt sowie die Ladung des Schiffes wurde nicht öffentlich. Nach den Internas der Atomkraftgegener soll es um die Abholung eines leeren Behälters in Cherbourg gehen.

Das Frachtschiff ‚Atlantic Osprey‘ war Anfang 2012 schon im Gespräch, als es um den Transport von 16 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen aus Sellafield zum AKW Grohnde ging.

„Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat den Transport der umstrittenen Mox-Brennelemente von der britischen wiederaufbereitungsanlage Sellafield nach Grohnde genehmigt“, schrieb am 30.03.12 die regionale DEWEZT. In dem Bericht wurde die EON-Sprecherin zitiert: „Der Einsatz der Mox-Brennelemente sei in der bevorstehenden Revision am Atomkraftwerk Grohnde nicht vorgesehen“ Auf weitere Nachfrage sagte Dr. Petra Uhlmann „Die Transportplanungen werden gegenwärtig mit den beteiligten Sicherheitsbehörden abgestimmt“ und machte zu dem anstehenden MOX-Transport keine weiteren Angaben.

Es wird sich zeigen, welchen Einfluss die Genehmigung eines MOX-Transport für das AKW Grohnde im anstehenden Wahlkampf für die Landtagswahl im Januar 2013 haben wird.
So hat der Niedersachsens Umweltminister Birkner kürzlich betont, dass ALLE AKW in Niedersachsen sicher seinen.

Eine aktuell veröffentlichte Studie vom Max Planck Institut weiß massiv auf die Risiken eines atomaren Zwischenfalls hin, der in erheblichen Umfang eine Katastrophe darstellt.
So titelte am 23.05.2012 das Handelsblatt plakativ:

Der GAU ist wahrscheinlicher als gedacht

Mainzer Forscher haben berechnet, wann es zur nächsten Atomkatastrophe kommen könnte. Demnach ist das weltweite Risiko für einen katastrophalen Reaktorunfall offenbar deutlich größer als bislang angenommen.
Katastrophale nukleare Unfälle wie die Kernschmelzen in Tschernobyl und Fukushima sind offenbar häufiger zu erwarten als bislang angenommen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz haben anhand der bisherigen Laufzeiten aller zivilen Kernreaktoren weltweit und der aufgetretenen Kernschmelzen errechnet, dass solche Ereignisse im momentanen Kraftwerksbestand etwa einmal in 10 bis 20 Jahren auftreten können – das wäre 200 mal häufiger als in der Vergangenheit geschätzt.
Quelle: Handelsblatt

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