Was denn nun? Sicher oder Unsicher?

Die Bürger werden von der Politik und den Wissenschaftlern verunsichert.

Da gibt es Politiker, die scheinbar ohne große Fachkenntnis pauschal alles als „SICHER“ titulieren.
So Niedersachsens Umweltminister Birkner Anfang Mai mit den Worten „Alle niedersächsischen AKW sind sicher!“. Das ist schon eine klare Aussage. Gerade die kritischen Bürger würde es interessieren, wie ein hochrangiger Politiker zu so einer Fehlinterpretation kommt.

Dem gegenüber stehen zahlreiche andere Aussagen, die aber von tatsächlichen Fachleuten kommen. Doch als aufmerksamer Bürger ist schon oft das Missverhältnis zwischen fachlich fundierten Aussagen und pauschaler Polit-Propaganda aufgefallen.

So schreibt das Anti-Atom-Portal ContrAtom am 9. Mai zu einer DPA Meldung:

Birkner befindet: Alle niedersächsischen AKW sind “sicher”!
Auch ohne die endgültigen Ergebnisse der “Stresstests” befindet Niedersachsens Umweltminister Birkner alle Anlagen pauschal für “sicher”. Auch gegen Flugzeugabstürze seien keinerlei Nachrüstungen notwendig. Atomkraftgegner sehen in den Untersuchungen eine Alibi-Veranstaltung für den reibungslosen Weiterbetrieb der letzten neuen Meiler – und fordern den Rücktritt des realitätsfernen Birkner.

Die AKW Grohnde und Emsland seien “sicher”, so Umweltminister Stefan Birkner (FDP) am Mittwoch im Landtag in Hannover. Es hätten sich bei den Sicherheitsüberprüfungen – im Volksmund “Stresstests” – keinerlei Zweifel an der erforderlichen Schadensvorsorge sowie sicherheitstechnischen Nachrüstmaßnahmen ergeben. Die Anlagen würden “über große Robustheitsgrade” verfügen und zusätzliche Nachrüstungen – etwa gegen Flugzeugabstürze oder Hochwasser – seien “nicht erforderlich”.

Die Tests sind noch nicht abgeschlossen, erst kürzlich war bekannt geworden, dass mit einer Veröffentlichung der Ergebnisse nicht vor Herbst gerechnet werden könne. Der Absturz einer großen Passagiermaschine oder der gezielte Terrorangriff waren von vornherein ausgeklammert worden. Denn ein absoluter Schutz gegen eine schweren Unfall ist nicht möglich.

So sieht dann dazu eine fachlich fundierte Meldung im Handelsblatt zum Atomkraft-Risiko aus:

Der GAU ist wahrscheinlicher als gedacht
Mainzer Forscher haben berechnet, wann es zur nächsten Atomkatastrophe kommen könnte. Demnach ist das weltweite Risiko für einen katastrophalen Reaktorunfall offenbar deutlich größer als bislang angenommen.

Katastrophale nukleare Unfälle wie die Kernschmelzen in Tschernobyl und Fukushima sind offenbar häufiger zu erwarten als bislang angenommen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz haben anhand der bisherigen Laufzeiten aller zivilen Kernreaktoren weltweit und der aufgetretenen Kernschmelzen errechnet, dass solche Ereignisse im momentanen Kraftwerksbestand etwa einmal in 10 bis 20 Jahren auftreten können – das wäre 200 mal häufiger als in der Vergangenheit geschätzt.

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat weltweit Zweifel an der Kernenergie geschürt und in Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie angestoßen. Dass das Risiko einer solchen Katastrophe höher ist als bislang angenommen, belegt nun die Studie der Forscher um Jos Lelieveld. „Nach Fukushima habe ich mich gefragt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein solcher Unfall wieder passiert, und ob wir die Verbreitung der Radioaktivität mit unseren Atmosphärenmodellen berechnen können“, so Lelieveld, Direktor am Mainzer Max-Planck-Institut.

Um die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze zu ermitteln, stellten die Mainzer Forscher eine einfache Rechnung an: Sie teilten die Laufzeit aller Kernreaktoren weltweit von der Inbetriebnahme des ersten zivilen Reaktors bis heute durch die Zahl der bisherigen Kernschmelzen. Die Laufzeit der Reaktoren summiert sich auf 14.500 Jahre; die Zahl der Kernschmelzen beträgt vier – eine in Tschernobyl und drei in Fukushima.

Daraus ergibt sich, dass es in 3.625 Reaktorjahren zu einem GAU kommt, dem größten anzunehmenden Unfall, wie ihn die Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (International Nuclear Event Scale, INES) definiert. Selbst wenn man dieses Ergebnis auf einen GAU in 5.000 Reaktorjahren aufrundet, um das Risiko konservativ abzuschätzen, liegt das Risiko 200mal höher als Schätzungen der US-amerikanischen Zulassungskommission für Kernreaktoren im Jahr 1990 ergaben.

Quelle: Handelsblatt

Es ist zu hoffen, dass die anstehenden Wahlen im Land Niedersachsen und dann auch im Bund solchen Politikern wie dem Hr. Birkner zeigen, was von solchen pauschalen Aussagen bei an sich völlig unnötigen Hochrisikotechnologien wie der Atomkraft oder auch dem Gas Fracking zu halten ist!

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