Kaputte Fässer im Atommüll-Zwischenlager in Leese befürchtet

Nienburg/Leese

Mit verrosteten Atommüllfässern haben am vergangenen Samstag in Nienburg die Anti-Atom-Bündnis-Schaumburg und Anti-Atom-Bündnis-Nienburg auf die unzureichenden Kontrollen der eingelagerten Atommüllfässer in Leese aufmerksam gemacht.

Ausschlaggebend für diese Aktion war eine Aussage von Herrn Dr. Licht-Klagge vom Gewerbeaufsichtsamt Hannover, das nicht jedes einzelne Atommüllfass in Leese kontrolliert wird, da der Platz und die finanziellen Mittel fehlen oder nicht zur Verfügung stehen.

„Die Befürchtung, dass sich durch mangelnde Kontrollen schon jetzt verrostete Fässer im Lager befinden, ist eine nicht hinnehmbare Situation!“, so Maik Fahlbusch vom Anti-Atom-Bündnis Schaumburg.

Das von dem bereits in den Medien oft aufgegriffene Unternehmen „Ecker & Ziegler“ ist Betreiber des Atommüllzwischenlager im Oehmer-Feld in Leese.
Das Atommülllager ist mit 13.175 Fässern (Bestand 31-12-2011) gefüllt.

Dort lagern seit über 10 Jahren radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung und der ehemaligen Sammelstelle Steyerberg. Eine zeitliche Begrenzung der maximalen Einlagerungsdauer gibt es nicht. Für viele in der Region war in den 10 Jahren nicht klar, dass auf dem Gelände Atommüll mittlerer Güte lagert.

Im Jahr 2010 wurde an einem der Messpunkte am Zaun des Lagers in Leese 0,42 Millisievert zusätzlich zur natürlichen Radioaktivität gemessen.
Dazu der Vergleich: In Gorleben gilt der Grenzwert 0,3 Millisievert.

Die Auslastung des Lagers ist mit den überwiegend 200-Literfässern zwar begrenzt, jedoch hat das Unternehmen die Genehmigung das bis zu 12-fache an radioaktiver Strahlung einzulagern. Zu diesem Zweck wird Atommüll konditioniert, indem er verpresst oder in Belgien und Amerika verbrannt wird. Anschließend wird er in kleinerer Masse aber mit gleicher Strahlung zurückgenommen. Dies führt zwar zu einer Verringerung des benötigten Stellplatzvolumens, bewirkt aber gleichzeitig eine Erhöhung der Strahlenaktivität pro Fass.

Es bleibt Spielraum für Eckert & Ziegler, die Aktivitäten im Lager durch dieses Verfahren auszuweiten, um auch die anfallenden Abfälle aus der Atomenergie durch den Rückbau der Atomkraftwerke aufzunehmen.

Das Anti-Atom-Bündnis Schaumburg und das Anti-Atom-Bündnis Nienburg fordern, dass am Standort Leese jedes einzelne Fass auf Schäden sofort und kontinuierlich kontrolliert werden muss, um mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt auszuschließen.

Folgend die Aktion auf der Titelseite:

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Atommüll, Deutschland, Gorleben, Leese, Meldung, Presse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s