Katastrophenschutzplan kommt ins Internet mit längerer Frist

Nach rund zwei aufregenden Wochen kommt der überarbeitete Katastrophenschutzplan nun doch ins Internet und auch soll die Frist der Offenlegung verlängert werden.

Die Erfahrungen der ersten Tage waren für den Landkreis und die Behörde wirklich mehr als peinlich. Es ist ein Spiegel dessen, wie unwichtig der Politik und dem zuständigen Dezernat die Sicherheit und Gesundheit der Bürger ist. Aber das trifft leider nicht nur auf den Kreis Hameln zu, ebenso waren die Erfahrungen bei den anderen Kreisen im 100 km Radius. Doch die mangelnde Sensibilität in Sache Bürger-Schutz zieht sich durch die Bundesländer bis nach Berlin in den Bundestag.

Schade, dass sich die Einsicht nur durch massiven Druck der Bürger zeigt.

Zu den „Neuigkeiten“ haben wir im Internet folgende Information gefunden:

Einsichtnahme des Katastrophenschutzplans ab 26. Juli
auch im Internet möglich
Auslegungsfrist bis zum 07. September 2012 verlängert


In Ermangelung einer eindeutigen, unmissverständlichen Rechtslage, die eine Veröffentlichung im Internet weder vorschreibt noch verbietet, hat das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport auf Initiative von Rüdiger Butte, Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, nach sorgfältiger Abwägung aller rechtlich vertretbaren Möglichkeiten die Empfehlung ausgesprochen, eine Veröffentlichung des Entwurfs des Sonderplanes zum Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde im Internet sowie eine Verlängerung der Auslegungsfrist zuzulassen.

Ab sofort können interessierte Bürgerinnen und Bürger auch auf diesem Weg unter Katastrophenschutzplanung das Recht auf öffentliche Beteiligung wahrnehmen. Die Frist zur Einsichtnahme endet am Freitag, den 07. September 2012.

Schriftliche Einwendungen sind bis zum 07. September 2012 an folgende Adresse zu richten:

Landkreis Hameln-Pyrmont
Referat 92
Nikola Stasko und Jürgen Kettler
Süntelstraße 9
31785 Hameln

Die Atomkraftgegner wollen aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass die aktuellen Anpassungen NICHT die Erkenntnisse aus der Katastrophe in Japan beinhalten. Die Änderungen haben ihren Ursprung aus dem Jahre 2009. Heute haben wir Mitte 2012 – die bürokratischen Mühlen mahlen sehr langsam, selbst bei der absoluten Hochrisikotechnologie Atomkraft!

Neben der Fukishima Katastrophe gibt es eine detaillierte Studie im Auftrag des BfS (Bundesamt für Strahlenschutz), die massive Probleme im Katastrophenschutz offenlegt. Wir hatten darüber bereits berichtet und auch die Studie direkt zu Einsichtnahme verlinkt.

Schaut hier bei dem Link. Es ist DRINGEND empfohlen, diese Studie kritisch durchzusehen und mit den Schutzmaßnahmen des Landkreises Hameln-Pyrmont abzugleichen.

Die Atomkraftgegner der Regionalkonferenz „Grohnde abschalten“ wünscht sich, dass für das AKW Grohnde eine Risikoabschätzung in Form einer unabhängigen Studie erfolgt, die genau die Erkenntnisse aus dem Unglück in Japan berücksichtigt. Sie hoffen auf die anstehenden Wahlen, dass dies von der Politik „automatisch“ erkannt und berücksichtigt wird. Denn es ist zu hoffen, dass der Politik und den Behörden die Sicherheit der Bürger sehr am Herz liegt…

Weiterhin möchten wir in den Zusammenhang auf unseren Artikel, der auf einen Erfahrungsbericht beruht, bei dem erfahrene Rettungskäfte die Situation am AKW Grohnde mit ihren realen Erfahrungen mit der Katastrophe um Fukushima abgleichen und niedergeschrieben haben. Das Urteil ist vernichtend. Es ist schon wunderlich, dass niemand solche Berichte von Fachleuten aus der Praxis aufgreift:
Sind wir für einen ABC Unfall wirklich gerüstet?

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