Gefährlicher Transport quer durch Niedersachsen

Auch Plutonium über Nordenham in die USA verschifft

Der auf der Erde bekannte gefährlichste Stoff wurde in der vergangenen Woche ohne ordnungsgemäßer Absicherung quer durch Niedersachsen transportiert. Zeitweise gab es einen Polizei Eskorte. Weder die Lagerung dieses unglaublich gefährlichen Plutoniummaterials noch der Transport waren bekannt!

Wir hatten bereits diese Woche von dem Atom-Frachter berichtet, der ab Niedersachsen atomare Fracht in die USA verbringen sollte. Es war unklar, ob mit dem Frachter (Ursprung England) MOX-Brennstäbe für das AKW Grohnde angeliefert werden. Doch die Vermutung hat sich glücklicher Weise nicht bestätigt.

Nach Augenzeugenbericht, hatte ein Lkw mit Atomcontainer am Dienstagabend das Gelände des stillgelegten Forschungsreaktors Geesthacht in Richtung Nordenham verlassen. Dort waren 25 abgebrannte Brennelemente sowie anderer Atommüll per LKW abtransportiert worden. Das Material kam an Bord des Spezialfrachters. Brisant ist, dass darunter auch plutoniumhaltiges Material aus der ehemaligen DDR war!

Das Niedersächsische Umweltministerium bestätigt den Plutonium-Transport nach Nordenham. Während die Brennelemente aus Geesthacht an den Uranlieferanten aus den USA zurückgehen, soll das Plutonium-Beryllium-Material laut Umweltministerium zum „National Laboratory Los Alamos“ (LANL) gebracht werden. 47 atomare „Quellen“ waren bereits im Jahr 2010 in die USA verschifft worden. Die USA rüsten derzeit ihre Atomwaffen neu auf und erneuern den Bestand. Es wird zwar faktisch nicht aufgerüstet, aber massiv erneuert. Somit kann man eher nicht wirklich von einer Abrüstung sprechen.

Wichtig mag da auch die Information sein, dass es in den USA auch kein Konzept für die Entsorgung des Urans und anderen Atommülls gibt. Oft werden die strahlenden Fässer irgendwo überirdisch abgestellt und mit etwas Sand oder Erde bedeckt.

Das Plutonium-Beryllium-Material stammen aus der ehemaligen DDR. Sie wurden als technische Strahlenquellen zur Feuchtemessung in Gesteinen und Baumaterialien eingesetzt.
Der Transport in die USA erfolgte unter der Aufsicht des „US-Department of Energy“ im Rahmen eines weltweiten
Rückführungsprogramms für Plutonium. Der Hintergrund ist die Sicherheit. Es soll vermieden werden, dass Plutonium in die Hand von Terroristen gerät, so heißt es offiziell…

Auch Niedersachsen unterstützten und begleiteten die Rückführung, da infolge des Atomausstiegs in Deutschland kein öffentliches Interesse zur Aufbewahrung und Verwendung von Plutonium bestehe, so das Umweltministerium auf Anfrage.

Die Lagerung war lange verschwiegen

Es war verschwiegen worden, dass auf dem Gelände der Entsorgungsfirma Eckert & Ziegler in Thune bei Braunschweig Plutonium lagerte. Die Anlage ist kaum geschützt und sehr nah am normalen Leben der Menschen. Keiner wußte, dass dort so gefährliches Material einfach so eingelagert wurde.

Als das aber kürzlich bekannt wurde, hatte es in der Region Braunschweig Ängste und lebhafte Diskussionen ausgelöst. Vielleicht wurde das Material jetzt „auf die Schnelle“ auch deshalb „entsorgt“.

„Auch jetzt wissen wir noch nicht, was sich auf dem Firmengelände befindet. Wir haben keine Inventarlisten bekommen, wir kennen die Gesamtaktivität nicht“, sagt Dr. Thomas Huk von der Bürgerinitiative Strahlenschutz BISS und ist erbost. So sieht also die Sicherheit der Behörden für die Menschen in Deutschland aus!

Der Transport hatte den Nordenhamer FDP-Politiker Manfred Wolf zu einer Reihe kritischer Fragen an das Niedersächsische Umweltministerium veranlasst. Gut, dass sich überhaupt mal ein Politiker mit dem Thema kritisch befasst hat.

Doch nicht nur die Tatsache der Lagerung und des kaum abgesicherten hochriskanten Transports läßt die Gemüter aufheizen. So war der Transport zeitweise von Mitgliedern der Umweltorganisation Contra Atom beobachtet worden. In einer Pressemitteilung kritisiert Contra Atom ofen, dass der Lkw ausgesprochen riskant gefahren sei: „Real fuhr der Atommüll-Transport durch die Stadt Geesthacht mit hohem Tempo, dabei zweimal bei Rot über die Ampel, was eher einer Verfolgungsjagd in einem Krimi ähnelte“, schreibt Bernd Ebeling von Contra Atom.

Lediglich bis zur Abfahrt Hamburg-Curslack sei der Transporter, so Contra Atom, von der Polizei begleitet worden. Danach nicht mehr. Contra Atom geht davon aus, dass der Transport durch den Wesertunnel fuhr, ohne jede Absicherung.

Inzwischen hat sich auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter zu dem Thema geäußert. „Mich erstaunt, dass ein solcher Gefahrgutumschlag in einem derart stadtnahen Hafen genehmigt wird“, betont sie und zeigt
sich verärgert über die Geheimhaltung der Aktion. Selbst die Stadt Nordenham war, wie die Recherchen der Kreiszeitung ergeben haben, nicht informiert!

Man stelle sich nur mal vor, da hätte es einen Unfall oder einen anderen Zwischenfall gegeben. Es hätte zu massiven Verzögerungen im Katastrophenschutz gegeben, da keine der zuständigen Behörden und Rettungsdienste informiert waren. Wahrscheinlich hätte man den Zwischenfall dann auch einfach verschwiegen, wie den ganzen Transport.

Was war das für ein giftiger Stoff? Plutonium-Beryllium?
Plutonium gilt als der gefährlichste Stoff, der auf der Welt existiert!!
In Kombination mit Beryllium ist Plutonium auch zu Messzwecken eingesetzt worden. Über Jahre lagerte das Plutonium-Beryllium in Thune in der Nähe von Braunschweig auf einem „einfachen“ Firmengelände einer Entsorgungsfirma.

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