Resümee: erfolgreich auf MOX-Gefahren hingewiesen

Die Atomkraftgegner ziehen nach dem Wochenende ein positives Resümee

„Wir haben erfolgreich auf die Gefahren der plutoniumhaltigen MOX-Brennelemente hingewiesen“ sagt Bernd Schlinkmann von der Regionalkonferenz Grohnde Abschalten als Fazit und fügt hinzu „Ein teurer Polizeieinsatz setzt diesen gefährlichen Transport gegen den Willen der Bevölkerung durch! Alleinig EON verdient daran. Die Risiken und Kosten tragen wir Bürger.“

Die Mitglieder der Regionalkonferenz „Grohnde Abschalten“ fordern Plutonium durch Verglasung militärisch unbrauchbar und lagerfähig zu machen. MOX darf nicht mehr in deutschen Atomkraftwerken zum Einsatz kommen. Die Begründung dafür liefert EON selbst in einer englischsprachigen Präsentation aus dem November 2011.

Mit einem massiven Polizeieinsatz (Polizeiangaben nach über 1.300 Beamte) wurde der Transport von acht MOX (Mischoxid) Brennelementen durchgesetzt. Es gab zahlreichen Protest, Mahnwachen und Blockaden.
Im Vorfeld haben vor allem in Nordenham die Bürger und Politiker aktiv gegen die Umsetzung des Transports gearbeitet und am Ende eine deutliche Resolution an die Landesregierung Niedersachsens gerichtet. Am Ende des Wochenendes, gegen 1:00 Uhr am Montag erreichten die zwei LKW das AKW Grohnde über einen Wirtschaftsweg.

Dies war der erste von zwei angekündigten Transporten für EON aus Sellafield.

Die Proteste und Mahnwachen in Nordenham und vor Grohnde erhielt viel Sympathie. Die Dauermahnwache vor dem AKW hatte schon am Freitag um 18 Uhr begonnen. Es gab eine unglaubliche Unterstützung der Einwohnern aus Emmerthal und Grohnde, so dass es an Feuerholz und Lebensmittel für die Küche an der Mahnwache und den anderen vielen Kleinigkeiten nicht mangelte. Viele Fahrzeuge von vorbeifahrenden Anwohner hielten an und es gab gute Gespräche. Selbst die Beamten freuten sich über Gespräche und Aufklärung und waren offen und freundlich. Es gab auch keinen Grund für emotionale Aggressionen.

Schon der Protest des ersten Transports erfuhr eine bundesweite Unterstützung. So gab es Aufrufe der bundesweit aggierenden Netzwerke wie ausgestrahlt und campact.
Während der Hafeneinfahrt hatte selbst Greenpeace eine spektakuläre Aktion mit Schlauchbooten und Fliegern durchgeführt. Robin Wood unterstützte den Protest vor Ort und blockierte am Ende mit rund 50 Unterstützern und einem Kinderbett mit angeketteten Aktivisten die Kraftwerkszufahrt.

Der zweite Transport ist für Mitte November geplant. Es wird mit mehr Widerstand zu rechnen sein, da der Erfolg von EON mit der Anlieferung der MOX-Elemente die Wut der Bürger und Atomkraftgegner schürt.
„Die Atomkraftgegner sind sich einig, dass der Widerstand gegen den nächsten geplanten Transport im November weiter geht.“ sagt Schlinkmann.

In 2013 wird es weitere Transporte geben, so auch zum AKW Brokdorf. In Deutschland sind alle AKWs für MOX genehmigt und in einigen Kraftwerken sind MOX-Brennelemente aktuell im Einsatz.
Nach Zahlen des BfS liegen rund 5.000 kg Plutonium als MOX in Frankreich und England und werden in den nächsten Jahren mit rund 100 weiteren Transporten nach Deutschland verbracht.

Die Kosten für die Wideraufarbeitung, die Lagerung, den Transport, den Einsatz und die dann gefährlichere Zwischen-/Endlagerung und natürlich die notwendigen polizeilichen Absicherungen gegen Terrorangriffe könnten besser in einer erfolgreichen Energiewende mit dezentralen Kraftwerken auf Basis sauberer Energie investiert werden. Hier wird Geld der Steuerzahler unsinnig „veruntreut“. Das Atomzeitalter ist vorbei, wir brauchen für unsere Umwelt, für die nachfolgenden Generationen und gegen den Klimawandel eine schnelle Energiewende. Der Atomausstieg kostet am Ende Arbeitsplätze, doch der rasant wachsende „grüne“ Wirtschaftszweig wird weit mehr neue und hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Für Deutschland kann eine schnelle Energiewende mit vielen neuen Innovationen ein sehr wichtiger Technologievorsprung sein, um sich weiter im globalen Wettbewerb um Energien zu behaupten. Kohle, Öl, Gas und Uran sind endlich und werden in Kürze zu unbezahlbaren Rohstoffen werden…

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