Aufforderung an die Behörden zur Absage des MOX-Transports

Atomkraftgegner fordern das Bundesamt für Strahlenschutz zur Rücknahme der Genehmigung auf und präsentierten eine Mängelliste über eine Inspektion der MOX-Transport-Fähre „Atlantic Osprey“.

Schon im Herbst 2006 hatte die französische Atomaufsichtsbehörde Autorité de Sureté Nucléaire (ASN) das Schiff im Hafen von Dünkirchen kontrolliert. Dabei waren diverse Sicherheitsmängel aufgefallen, die die Unzuverlässigkeit des Transporteur belegen:

  • Die Vorschriften des Schiffes zum Strahlenschutz sehen die tägliche Durchführung einer Kontrolle der Dosimeter der Besatzung und des Laderaums auf Strahlung vor.
    Die Besatzung konnte den Nachweis der Befolgung dieser Vorschrift nicht führen.
  • Besatzungsmitglieder, die das Schiff begleiteten, wusste nichts vom Vorhandensein von Strahlenmessgeräte. So kannte auch niemand den Ort der Lagerung der wichtigen Geräte.
  • Es fehlten auch die grundlegenden Nachweise, dass Besatzungsmitglieder eine Schulung über die Durchführung des Strahlenschutzes erhalten haben.
  • Nach dem International „Code for the Safe Carriage of Packaged Irradiated Nuclear Fuel, Plutonium and High-Level Radioactive Wastes on Board Ships“ (INF Code) § 4.1.1 ist es vorgeschrieben, eine Ventilation oder Kühlung des abgeschlossenen Laderaums in der Art vor zu halten, welche die mittlere Umgebungstemperatur in diesem Bereich zu keinem Zeitpunkt über 55° C steigt zu lassen.
    Die Inspektoren haben festgestellt, dass der Laderaum mit zwei Thermometern zur Direktablesung ausgerüstet war, dass es aber weder eine Übertragung der Temperatur auf die Brücke gab, noch einen Alarm bei Überschreitung der 55 ° C.
  • Es war für die Inspektoren nicht zu erkennen,
    ob der Laderaum mit einem Brandmeldesystem ausgestattet ist. Wenn man nichts finden kann, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit auch keine solche lebenswichtige technische Ausstattung geben…
  • Die unbestrahlten Brennstäbe waren mit einer schwarzen Folie umwickelt, die die Beschriftung verdeckte und Brandlast bei einem Feuer erhöht hätte. Es ist im Katastrophenfall lebenswichtig, dass wichtige Beschriftungen der Gefahrengüter erkennbar sind. Immerhin werden mit dem Schiff hochradioaktive Stoffe transportiert, die für die Einsatzbehhörden und -käfte so nicht eindeutig erkennbar sind, wenn diese z.B. bei einem Schiffsbrand mit einer vorangegangenen Explosion im Löscheinsatz sind.
  • Es wurde gefordert, die Vollständigkeit der Notfallbox für Atomunfälle zu belegen, die sich auf dem Schiff befinden muss. Dies konnte scheinbar nicht erbracht werden.
  • Das Schiff ist nur einwandig und würde bei einem Leck durch einen Unfall untergehen bzw. radioaktive Stoffe ins Meer entlassen.
  • Das Schiff hat keinen Ersatzmotor und ist bei einem Motorschaden manövrierunfähig. Dies gefährdet grundsätzlich andere Schiffe. Aber es kommt bei Hochrisikotransporten zusätzlich die Gefahr durch die radioaktive Ladung hinzu.

Unterlagen zu den vorgenannten Punkte:
ASN-Kontrolle der Atlantic Osprey am 06.09.2006
INS_2006_MERDUN-0001

EON und die zuständigen Behörden versichern immer wieder, mit welcher großen Sorgfalt bei Atomtransporten gearbeitet wird. Doch diese Punkte zeigen, dass die Transporte wohl eher inakzeptabel dilettantisch durchgeführt werden. „Wir sprechen hier nicht von einem Transport mit Kuhmilch, sondern über hochriskante Atomtransporte u.a. mit dem Ultragift Plutonium. Das Transportschiff ist seit 2006 nicht jünger sondern älter geworden und hatte in der Zeit einige Zwischenfälle, auch schwerwiegende, dass z.B. durch einen Motorbrand das Schiff fahr- und manövrierunfähig war. Dies liegt daran, dass das Schrottschiff keinen Ersatzmotor hat.“ so führt Tobias Darge als Vertreter der MOX-Gegner aus.

Da es massive Zweifel an der Zuverlässigkeit des Transporteurs gibt, muss dass Bundesamt für Strahlenschutz die Transport Genehmigung zurückziehen, das niedersächsische Wirtschaftsministerium als direkt zuständige Hafenbehörde muss das Anlegen untersagen und der Atomkonzern EON hat den Transport abzusagen!

Die Stadträte Nordenham und Hameln sowie Kreise Wesermarsch und Hameln-Pyrmont haben nicht ohne Grund, als Vertreter der ortsansässigen Bürger, jeweils Resolutionen gegen den MOX-Transport und gegen den MOX-Einsatz im AKW erarbeitet und beschlossen!
Wann werden die massiven Sorgen und Bedenken der Bürger, der Kommunen und Kreise im Landtag Niedersachsen und in der Bundesregierung wahrgenommen?!

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, rufen zahlreiche bundesweit organisierte Atomkraftgegner für am Samstag, 3. November 2012 zu Demonstrationen in Nordenham und am AKW Grohnde auf:

  • Hafen Nordenham
    Treffpunkt ist um 12 Uhr der Bahnhof Nordenham. Es geht dann zum RoRo-Anlage, an dem der MOX-Transport von Wasser zur Straße geführt wird.
  • AKW Grohnde
    Treffpunkt ist um 13 Uhr der S-Bahnhof Emmerthal. Es geht mit einer Zwischen- und Abschlusskundgebung zum AKW Grohnde.
    Sprechen wird unter anderem Uwe Hiksch vom Bundesvorstand der Naturfreunde und Bernd Ebeling von Contratom.
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