Schünemann inszenierte sinnlose Übung

Der „katastrophale“ Katastrophenschutz an den deutschen Atomkraftwerken wie z.B. Grohnde bei Hameln wird immer scheinbar zum Wahlkampfthema! Der Wahlkampf in Niedersachsen kommt in eine heiße Phase, denn dort wird im Januar eine neue Zusammensetzung des Landtags gewählt.

Klaus-Peter Bachmann, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Niedersachsen, hat nach einer fiktiven Katastrophenschutzübung am AKW Grohnde den Innenminister Uwe Schünemann (CDU) kritisiert:

Schünemann hat eine 0815-Katstrophenschutzübung inszenieren lassen, deren einziger Sinn und Zweck es war, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen und Wahlkampf in eigener Sache zu machen.
Das Szenario war aber von der federführenden Polizeidirektion Göttingen so gewählt, dass die eingesetzten Kräfte nicht wirklich gefordert worden seien.
Atomare Wolken machen gemeinhin nicht an Landes- oder Kreisgrenzen halt. Und eine absolute Windstille ist auch eher selten. Beides gehörte aber zur angenommenen Lage. Das war eine Placebo-Übung


Damit hat Bachmann Recht und stellt berechtigt so eine Übung in Frage. Wesentlicher Bestandteil hätten die kritischen Bereich der übergreifenden Zusammenarbeit mit den umliegenden Landkreisen, Bundesländern und Behörden geben müssen. Sicherlich mag der Krisenstab einige weitere Erfahrungen gesammelt haben und um so für eine kleine Katastrophe gut vorbereitet zu sein. Doch für einen atomaren Zwischenfall langt eine auf das Mindestmaß reduzierte Übung nicht.

Die kritischen Hinweise der regionalen kritischen Bürger wurden bisher nicht Ernst genommen. Die aktive Regionalkonferenz „Grohnde Abschalten“ mit ihren zahlreichen angeschlossenen Gruppen und Initiativen bemängelt seit einiger Zeit den mangelhaften Schutz der Bürger und die fehlende Aufklärung. Es kann nicht sein, dass Katastrophenschutz ein Geheimnis ist! Doch mit dem undurchschaubaren Gesetzeswirrwar und den vielen Verantwortlichen ist ein ernsthafter nachhaltiger Katastrophenschutz kaum möglich. Verantwortlichkeiten werden von dem einen zum anderen Geschoben, so dass am Ende dann scheinbar niemand die tatsächliche Verantwortung für die Bürger zu tragen hat…

Das AKW Grohnde ist in Deutschland das AKW mit den meisten Störfällen. Das AKW wurde bereits mehrfach in der Leistung erhöht und ist am Ende seiner geplanten Laufzeit. Es gab schon beim Bau erhebliche Kritik an der Qualität der Arbeiten an den Rohrleitungen und dem Reaktor. Nun sind viele Jahre vergangen und das Material der Atomanlage wird spröde und der Zahn der Zeit nagt durch Materialermüdung. Nun sollen zusätzlich MOX-Plutonium-Brennelemente mit der nächsten Revision eingesetzt werden, die die Risiken, Probleme und den Atommüll verschärfen. Der Betreiber musste bereits die voll mit 10 Mio Euro investierte Leistungserhöhung absagen und hat den Genehmigungsantrag zurück gezogen. Dies ist ein Beleg dafür, dass man erhebliche Probleme erkannt haben muss, die die Leistungserhöhungspläne zunichte machten. In Summe kann man zusammenfassen, dass die Atomanlage Grohnde nicht sicherer sondern riskanter im Betrieb wird. Damit rückt der Katastrophenschutz immer stärker in den Focus.

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2 Antworten zu Schünemann inszenierte sinnlose Übung

  1. Aaaragorn schreibt:

    >Das AKW Grohnde ist in Deutschland das AKW mit den meisten Störfällen.

    Woher habt ihr das denn???

    Ich lasse mich ja gern eines besseren belehren, ich glaube aber ihr verwechselt da etwas!, Grohnde führt die Liste von genau der anderen Seite aus an. Habt ihr die Sortierung verwechselt?
    Und wenn es so wäre – dann hätten wohl die Verbände immer an den falschen Kraftwerken demonstriert!
    Anderes mag zwar stimmen in dem Artikel, aber ihr wisst ja, „Wer einmal lügt…“
    Wollt ihr genausoviel Vertrauen haben wie zuvor die Atomunternehmen?
    (Die sind meiner Meinung nach z.T. auch selbst Schuld durch den Besch…s, (Nukem, …) aber das nachzumachen macht euch dann auch keinen Deut besser!)

    • antiatomowl schreibt:

      Tja, so kann man sich täuschen!

      Die Info ist falsch, ich weiß nicht, woher man so einen Unsinn bekommt.
      Das AKW Grohnde hat im Durchschnitt jedes Jahr über 8 Störfälle und liegt damit an der Spitze
      Zitat

      Spitzenreiter: Im Durchschnitt 8,3 Störfälle im Jahr, das ist Fakt im Atomkraftwerk Grohnde. Damit liegt das AKW an der Spitze aller noch in Betrieb befindlichen AKW in Deutschland.

      Hier findet sich im Übrigen eine Übersicht, welche Störfälle es so ständig gibt. Das sollte zeigen, dass das alles nicht so sicher ist, wie es von der Atomlobby ständig rezitiert wird…

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