Über 200 Atomkraftgegner am AKW Grohnde

Vom Protestcamp, 17.11.2012, 19:30 Uhr

Eine Transportstrecke zum AKW Grohnde ist seit dem Nachmittag von 10 Treckern und einer Sitzblockade mit 50 Menschen blockiert. Zur Zeit gibt es kein Durchkommen an der Unterführung, die eine Verbindung von der B83 über einen „Wirtschaftsweg“ zum AKW Grohnde darstellt.

Rund 500 Meter von der Blockade steht das am Freitag aufgebaute Protestcamp vor dem AKW Grohnde. Im Laufe des Samstag habe sich bereits über 200 Menschen, diverse Fahrzeuge und rund 70 Trecker aus dem Wendland, aus Lippe und Südniedersachsen eingefunden. Man geht von dem Eintreffen des skandalträchtigen Atomfrachters am Sonntag Vormittag aus. Ständig kommen weiter Menschen zum Protestcamp hinzu. Eine Samba-Gruppe aus Witzenhausen heizt den Demonstranten im Camp ein. Eine Volksküche aus Hannover kocht warmes Essen. Schon vor der Nacht am Freitag hatten die AKW-Gegner große Schlafzelte aufgebaut. Mit der einbrechenden Dunkelheit füllt es sich mit Schlafsäcken und Isomatten.

Die Demonstranten wollen den Transport mit großen aber friedlichen Widerstand verhindern und fordern von EON, die plutoniumhaltigen Brennelemente wegen der erhöhten Gefahr nicht im Reaktor einzusetzen.
Denn beim einem Unfall beim Transport oder im AKW kann Plutonium frei werden. Schon millionstell Gramm reichen aus, um Krebs oder Tot hervorzurufen. Auch nach dem Einsatz im AKW strahlen die MOX-Brennelemente fast doppelt so stark wie normale Uranbrennelemente, und dass bei ungeklärter Entsorgung des Atommülls. Während des Betriebs und später im Abklingbecken sind MOX-Brennelemente schwieriger zu Handhaben, was Fachleute erklären – auch von EON Kernkraft der „Brennelemente Chef“ selbst in einer ausführlichen Präsentation, die er 2011 in den USA vorgestellt hat.

Statt dem Einsatz im AKW könnten die MOX-Brennelemete mit anderem Atommüll verglast oder in Castoren mit abgebrannten Brennelementen gemischt eingelagert werden. Die Vermischung mit „Normalen“ Brennelementen würde auch den militärischen Mißbrauch erschweren, z.B. für Terroristen oder eine Feind.
Das Öko-Institut hatte dazu 1999 im Auftrag der Stadt Hamburg vorgeschlagen, MOX-Brennelemente nicht in einem Reaktor einzusetzen, sondern jeweils 1 MOX-Brennelement mit mit 18 abgebrannten Uran-Brennelementen in einem V19-Castor zu mischen.

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