MOX auf den letzten Metern ausgebremst

Weserbergland – AKW Grohnde, 00:40 Uhr

Kurz vor Sonntag Mitternacht ist der 2. MOX-Transport aus Sellafield zum AKW Grohnde wiederholt ausgebremst worden. Ein Anti-Atom-Aktivist kettete sich nach einer Straßenblockade mit rund 20 Aktivisten für ca. 20 Minuten unter dem zweiten MOX-LKW fest. Das Fahrzeug fuhr mit dem angeketteten Aktivist über 100 m weiter, der so über die Straße geschliffen wurde. Nur durch weitere Blockiermaßnahmen konnten Aktivisten den LKW zum Anhalten bewegen – zum Dank gab es Pfeffersprey und harte Prügel. Schweres Gerät, Polizisten einer Hundertschaft und Spezialkräfte kamen an den Ort und mussten den Aktivisten befreien. Statt die gesundheitliche Unversehrtheit zu prüfen, wurde er in einen Polizeibulli geworfen und weggefahren. Der NDR berichtet dann über die anschließenden Presseworte des Polizeisprechers, die von den Demonstranten als Lüge gekonntert wurden.

Über das Protestwochenende hatten sich im Camp im Weserbergland über 600 Menschen und über 100 Treckern eingefunden. Es ging allen um den Protest und den Widerstand gegen den MOX-Transport sowie gegen den von EON geplanten Einsatz der MOX-Brennelemente mit der kommenden Revision.

Zeitweise waren alle drei Zufahrtstraßen zum AKW Grohnde blockiert, so dass es auch zu Verzögerungen bei den Schichtwechseln des AKW Personal kam. Es gab zahlreiche Blockaden und Störaktionen. Bei den mehrfachen Blockaden gab es neben 4 Treckerblockaden viele Sitzblockaden, Tripod-Aktionen und eine Betonfassblockaden. So waren immer wieder die Zufahrtswege im Großraum um das AKW versperrten.
Der Protest und Widerstand war bundesweit vertreten. So z.B. hatten sich Aktivistinnen aus Bayern und Hessen auf der Reherstraße an ein 450 kg schweres Betonfass gekettet.
Auch die Kletter-Aktivistin Cecile Leconte, bekannt als das „Eichhörnchen„, war wieder mit weiteren Robin Wood Aktivisten dabei und in den Bäumen auf der Zufahrt aktiv.
Der Hintereingang auf der Ohsener Straße war mit mehrfacher Trecker-, Menschen- und 5 Meter hoher Tripodblockade versperrt.

Die Polizei war sichtlich überfordert durch die zahlreichen Maßnahmen der Aktivisten.

Die Polizei hat teilweise die Zugänge zu den angemeldeten und genehmigten Mahnwachen versperrt, Aktivisten ohne Grund und Ankündigung Abhänge hinunter geschupst oder auch die Pressearbeit erheblich behindert. So wurde beispielsweise die Presse in zwei Fällen nicht durchgelassen. Teilweise griff die Polizei ohne Grund überverhältnismäßig ein und verübte gewalttätige Übergriffe. Zwei Jugendliche wurden verhaftet, weil sie sich mit den Armen in einander verschränkt hatten – die beiden hätten eine Blockade aufgebaut, hieß es gegenüber dem EA. Damit gab es für die Anwälte des EA viel zu tun. Völlig unnötig kam gegen angekettete Aktivisten auch Pfeffersprey zum Einsatz. Damit wurde auch zahlreich demokratische Grundrechte sowie Menschenrechte seitens der Polizei verletzt. Die Beschneidung des Versammlungsrechts war mehrfach zum Ärgernis am Sonntag geworden. Entgegen den Absprachen und der Genehmigung des Landkreises Hameln-Pyrmont konnten Fahrzeuge nicht immer das Camp verlassen, so auch in einem Fall, bei dem eine Mutter dringend zu ihrem Kind musste – sie wurde über 3 Stunde an der Abfahrt gehindert. Damit wurde auch zahlreich demokratische Grundrechte sowie Menschenrechte seitens der Polizei verletzt. Die Beschneidung des Versammlungsrechts war absolut unverständlich und inakzeptabel. Es lagen weder triftige Gründe oder rechtliche Grundlagen dazu vor.

Bei den Schichtwechsel in den beiden Nächten meinten die Werksangehörigen, es würde den Camp-Gästen den Schlaf rauben, wenn man ständig hupend umherführe. Dies löste aber vielmehr heftiges Gelächter aus. So hatten die Nächte auch viel Spaß bereitet.

An den Protesten am Sonntag hatten sich trotz Kälte und Regens deutlich mehr Menschen beteiligt.
Auch war der Protest und der Widerstand beim zweiten Transport größer und breiter, als beim ersten Transport Mitte September. Die Stimmung war immer gut, es gab seitens der Demonstranten keine Ausschreitungen, was auch die Polizei bestätigte. Mit viel Musik, Lagerfeuer, tollen gesunden veganen Essen und kreativem Programm konnten sich die bundesweit angereisten Gäste im Weserbergland wohlfühlen.

Einzig das AKW löste Unbehagen aus. Es stand oft mystisch beleuchtet im Nebel. Insbesondere mit dem beiden Feuerwehr-Sireneneinsätzen in der Nacht von Samstag auf Sonntag bekamen die Anwesenden Beklemmungen, es hätte sich durchaus auch um einen AKW-Störfall handeln können…

Unterdessen gab EON bekannt, man plant weitere Plutonium-Transporte.

Über Nordenham werden in den nächsten Jahren zahlreiche Transporte aus Sellafield abgewickelt, so möchte es die Landesregierung in Hannover. Es muss noch reichlich Atommüll aus England zurück nach Deutschland transportiert. Dieser muss in ein Zwischenlager, ggf. auch nach Gorleben…

Der NDR hat das Wochenende in einem kurzen 3 Minuten Beitrag zusammengefasst.

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