CDU: Die andere Sicht der Dinge…

Bei dem Thema Atomkraft teilen sich zu Teilen die Meinungen. Der Anteil in der Bevölkerung, die sich für Atomkraft aussprechen ist massiv gesunken, denn allein so ein Unglück wie Fukushima hat jedem eindrucksvoll gezeigt, dass ein Unglück bis hin zur mehrfachen Kernschmelze möglich ist. Tschernobyl war gegen das Unglück in Japan ein Weisenknabe. Alle Atomkatastrophen waren unfassbare Tragödie – und es gibt sehr viele dieser Katastrophen!

Mit Fukushima und Tschernobyl ist klar, welches Leid, welche massiven Folgen und welche Qualen mit einer radioaktiven Verseuchung einziehen, in das Leben von hunderttausenden Menschen, die für eine sehr lange Zeit ihre Heimat verlieren. Gerade eine ländliche Region mit vielen Bauern sollte wissen, wie wichtig es ist, ein gesundes Land zu haben, auf dem die Nahrung der Bevölkerung wachsen kann. Eben die Menschen und Bauern wissen es zu schätzen, wenn es sauberes und gesundes Grundwasser gibt. Mit der Asse sieht man eindrucksvoll, wie die saubere und gesunde Natur leidet. Wie fatal wäre es für das Weserbergland, wenn die Asse absäuft und dann bis in die Weserregion um Hameln das Grundwasser radioaktiv verseucht…

Es gibt keine Garantie, dass es nicht auch bei einem der deutschen Atomanlagen zu einem fatalen Unglück kommen kann. Es muss nicht nur ein AKW sein, auch ein Zwischenlager oder ein Schacht wie in der Asse können zu einer Katastrophe werden. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit dem Alter des Materials und der Anfälligkeit einer immer älter werdenden Anlage. Man schaue sich die KFZ, Radio und Fernseher aus der Zeit vor 1977 an. Was ist seit dem passiert? Wie gut waren 1970 die Materialien und Herstellungsverfahren? Nun ist zu beachten, dass genau in der Zeit das AKW Grohnde errichtet wurde. Die Rohrleitungssystem sind grotten alt, der Reaktorkern mag immer mehr feinste Risse bekommen und steht durch mehrfache Leistungserhöhungen weit mehr unter Druck, als es einmal geplant war. Die geplante Lebenszeit für das AKW ist am Ende – trotzdem soll es noch bis 2022 laufen!

Nun haben hunderte Demonstranten und Aktivisten über das Wochenende des zweiten MOX-Plutonium-Transports demonstriert und den friedlichen zivilen Widerstand gegen eine völlig verfehlte Politik der CDU / FDP Regierung in Niedersachsen und im Bundestag auf die Straße gebracht und auf das asoziale Verhalten des regional vertretenen Atomkonzerns EON verwiesen. Der Konzern setzt diese MOX-Brennelemente mit der Revision 2013 ein und weiß sehr genau um die Gefährlichkeit Bescheid, wie auch die Politik. Es geht nur um eines, dem maximalen Profit! Dabei spielen wesentliche Abwägungen zum Schutz der Natur, Umwelt und der Menschen und Tiere keine Rolle…
Der Katastrophenschutz schützt niemanden, kann keine Evakuierung sicherstellen und stellt selbst eine Katastrophe dar.

Doch nun krönt ein CDU-Vertreter vor Ort die elendige Pro-Atom-Diskussion mit einem ganz besonderen Kommentar. Wir haben lange überlegt, ob wir das hier zitieren. Doch in Zeiten von Wahlkampf und unter Beachtung der Brisanz der AKW Grohnde-Diskussion, sollte es unsere Pflicht sein, die Leser dieser Internetseite darüber zu informieren. Es gibt eben auch „Die andere Sicht der Dinge“.

Neu dürfte es für viele sein, dass wir in Deutschland teuren Atomstrom importieren müssen statt auch teuren Atomstrom ins Ausland zu verkaufen. Nach öffentlich einsehbaren Informationen, die auch durch Behörden abgesichert sind, haben wir in Deutschland eben durch die Energiewende einen sehr sehr billigen Ökostrom, der von den Konzernen ins Ausland verscherbelt wird (statt günstig an die Bürger) und wir hatten noch nie einen so hohen Export an Strom, wie in 2012 – und dies unter Beachtung, dass wir sehr viele uralte AKWs ausgeschaltet haben. So ist es wirklich schwierig der Argumentationskette im Kommentar zu folgen.
Die notwendigen Rückschlüsse sollten jedoch die Leser selbst schließen und in Zeiten von Wahlkampf die jeweils „richtigen“ Entscheidungen treffen…

Also hier das Zitat von der Internetseite der regional engagierten Online-Zeitung Weserbergland Nachrichten.

Quelle: www.Weserberland-Nachrichten.de

Der Gastkommentar Von Matthias Koch

Die andere Sicht der Dinge: Spätestens jetzt bin ich ein Anti-Atomkraft-Gegner…

Liebe „Atomkraft-Gegner“,
heute rede ich nicht davon, dass Eure selbstdarstellerischen Aktionen allein an diesem zurückliegenden Wochenende hunderttausende Euro Steuergelder verschlungen haben.

Dass bedauernswerte Polizistinnen und Polizisten dank Euch nächtliche Wochenend-Nachtschichten schieben müssen, anstatt die Zeit mit ihren Familien zu verbringen. Dass die Öffentlichkeit durch diese Proteste in Verbindung mit dem Transport von Brennelementen verängstigt und zu blenden versucht wird. Dass die sichersten Kernkraftwerke der Welt abgeschaltet werden und dadurch begünstigt wird, neue Reaktoren von wesentlich geringerem Sicherheitsstandard direkt an Deutschlands Grenzen neu entstehen zu lassen. Dass viele Menschen um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen.

Dass wir teuren Atomstrom aus dem Ausland kaufen müssen, anstatt ihn exportieren zu können. Nein, heute rede ich davon, dass vor Ort lebende Menschen durch Eure ideologischen Spielereien ihre Häuser nicht erreichen können, weil an jeder Ecke (Trecker-)Straßensperren errichtet worden sind. Als Emmerthaler sage ich: Herzlichen Dank! Spätestens seit diesem Sonntag Abend bin ich ein „Anti-Atomkraft-Gegner“…!

P.S.: Wer hat eigentlich die durch Eure Trecker defekte Oberleitung am Emmerthaler Bahnübergang bezahlt? Und: Gehört es zu Eurer Toleranz, die Autos von KWG-Mitarbeitern zu bespucken?“

Zum Gast-Autor: Matthias Koch ist Internetunternehmer aus Emmerthal und CDU-Ratsmitglied. Koch hat die aus seiner Sicht „einseitige Berichterstattung“ der regionalen Medien über die Geschehnisse rund um den MOX-Transport beklagt. Gerade weil er eine andere Perspektive eingenommen hat, ist der Redaktion die Darstellung seiner Meinung wichtig. Die Vielfalt der Meinungen im Weserbergland aufzuzeigen, das ist das Anliegen der Weserbergland-Nachrichten.de und der wbn-Gastkommentare, die stilistisch und inhaltlich einen publizistischen Anspruch erfüllen und mehr sind als ein sogenannter „Leserbrief“.

Wir danken der Redaktion, dass sie auch diese Seite einer Meinung veröffentlicht hat und so den Einblick in die politischen und sozialen Gesichtspunkte der politischen Vertreter der CDU vor Ort widerspiegeln. In einem freien und demokratischen Land, gibt es Pressefreiheit und Meinungsfreiheit. Wenn bei Demos die Pressefreiheit und Freiheit von Menschen durch die „Staatsgewalt“ eingeschränkt wird, sollten wir zumindest die Meinungsfreiheit würdigen…

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