Warnung vor Schwachstellen – AKW Grohnde

Bei der Nachrüstung des Atomkraftwerks Grohnde im Kreis Hameln-Pyrmont sehen Umweltschützer für die künftige niedersächsische Landesregierung akuten Handlungsbedarf. Das Kraftwerk entspreche nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik und wäre daher schon seit 1994 nicht mehr genehmigungsfähig.

Hoher Nachrüstungsbedarf


Nach Angaben der Physikerin Oda Becker zeigen die nach dem Unglück in Fukushima erfolgten Sicherheitsüberprüfungen durch die deutsche Reaktorsicherheitskommission und EU-Experten, dass das AKW Grohnde nicht ausreichend gegen Erdbeben und Hochwasser geschützt ist. Auch die Funktionsfähigkeit der Notfallschutzmaßnahmen sei nicht gewährleistet. „Daher ist das Risiko, das für die Bevölkerung vom AKW Grohnde ausgeht, hoch„, heißt es in der Untersuchung, die Becker im Auftrag mehrerer Bürgerinitiativen erstellt hat.

Mit der vorliegenden Arbeit hat die Politik im Land Niedersachsen wie auch im Bund eine hinreichende ToDo-Liste.

Mängel im Katastrophenschutzplan

Tobias Darge von der Regionalkonferenz wies auf erhebliche Mängel im Katastrophenschutzplan für das AKW Grohnde hin. So sehe der Plan im Fall eines schweren Unfalls Evakuierungen nur im Umkreis von zehn Kilometer um das AKW vor. Tatsächlich sei aber in einem viel größeren Bereich mit erheblichen radioaktiven Belastungen zu rechnen.

Leider hat auch Anfang Dezember die Innenministerkonferenz wiederholt deutlich gemacht, dass der Schutz der Bürger untergeordnet ist. Durch den Landrat Butte (Hameln) wurde dem niedersächsischen Innenminister dringlich aufgetragen, den Katastrophenschutz zu überarbeiten und mit den Innenministern der Bundesländer die Überarbeitungen abzustimmen. Selbst andere oberste Behörden wie für Katastrophenschutz oder das Bundesamt für Strahlenschutz mussten die Mängel und großen Defizite bestätigen. Doch politische und in den Behörden ist soweit nichts ernsthaftes unternommen worden. Das Unglück in Fukushima war nunmehr vor fast 2 Jahren. Seid dem November 2011 hat das BFS eine Studie mit den Analyseergebnissen nach Fukushima mit dringlichen Handlungsempfehlungen vorliegen.

Großveranstaltung zum nächsten Fukushima Jahrestag geplant

Im März jährt sich das schwerste Atomunglück der Menschengeschichte zum 2. mal. Am 9. März wollen Atomkraftgegner eine 350 Kilometer lange Menschen- und Aktionskette im Umkreis von 40 km um das Atomkraftwerk Grohnde bilden. Man möchte den Opfern in Japan gedenken und vor der Nutzung von Atomkraft mahnen. Es geht um die offensichtliche von Bürgern durchgeführte Katastrophenschutzübung. Analog dem Unglück in Japan soll um das AKW Grohnde ein großer Radius, in dem über 1 Mio Menschen leben, evakuiert werden. Man simuliert eine reale Sperrzone rund um Grohnde. „So eine Aktion hat es in Deutschland noch nie gegeben“, sagte Darge. Derzeit werden dazu die Bürger, Gruppen, Initiativen, Vereine und Parteien sowie Gewerkschaften in den betroffenen Landkreise aufgerufen, sich zu beteiligen. Zahlreiche Koordinierungstreffen haben stattgefunden oder sind in Planung. Zu der Aktion wird neben den Standorten Gundremmigen und Gronau bundesweit aufgerufen. Zahlreiche regionale und bundesweite Umnweltgruppen und Verbände wie BUND, Naturfreunde, ausgestrahlt, attac, Campact etc. beteiligen sich.

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