Störfall noch nicht unter Kontrolle…

Der schwere Störfall im AKW Grohnde ist immer noch nicht unter Kontrolle gebracht worden.

Die Behörden versichern gegenüber der Bevölkerung, dass keine radioaktive Freisetzungen stattgefunden hat. Es wird bestätigt, dass sich der Katastrophenstab im Kreishaus Hameln eingerichtet hat und über die Lage berät. Die Bevölkerung wird aufgefordert sich weiterhin in den Gebäuden aufzuhalten. Die Einnahme von Jodtabletten wird geprüft und es scheint, dass die Verteilung der Tabletten vorbereitet wird.

Die Tabletten müssen 6 Stunden vor dem Eintreffen einer radioaktiven Wolke eingenommen werden, damit die Schilddrüsen mit dem „sicheren“ Job so angereichert wurden, dass das gefährliche radioaktive Job nicht mehr vom Körper aufgenommen wird.

Für die Verteilung der Tabletten in der Fernzone (25-100km um das AKW Grohnde) veranschlagen die Behörden 12 Stunden.

Die Tabletten müssen per Hubschrauber angefordert werden. Sie sind palettenweise vom Fliegerhorst Wunstorf an die Hauptanlieferpunkte in Niedersachsen den Region Hannover, Hildesheim, Northeim und Göttingen zuverbringen. Jede 400 kg schwere Palette enthält 357.000 Jodtabletten in 119 Großpackungen mit 500 Blister á 6 Tabletten.

Allein in der Region und Landeshauptstadt Hannover sollen 219.000 Blister mit über 1,3 Mio. Jodtabletten verteilt werden.

In der Zentral- und Mittelzone 10 km um den Reaktor hat vor einigen Jahren eine ereignisunabhängig Vorverteilung für Menschen bis 45 Jahren stattgefunden.

Für die übrigen Bürger erfolgt die Verteilung der Jodtabletten in der Zentral- , Mittel- und Außenzone bis 25 km durch die Gemeinden über die Wahllokale. Für jede Hausgemeinschaft sollte nur ein Erwachsener die Abholung der Tabletten übernehmen. Dabei wird das Risiko der Kontaminierung durch die Abholung im Schutzplan außeracht gelassen.
In der Zentral- und Mittelzone 10 km um den Reaktor müssen rund 40.000 Menschen mit 13.350 Packungen versorgt werden. Im gesamten Landkeis Hameln-Pyrmont leben 88.000 Menschen im Alter bis 45 Jahren, die 28.750 Haushaltspackungen über die Verteilung der Wahllokale abholen muss. Am Standort „Marienau“ lagern laut Katastrophenschutzplan zusätzliche 43.000 Packungen.

Die Sicherheit der Bevölkerung mit den Jodtabletten wird überschätzt. Durch die radioaktive Auslassung mit einem Zwischenfall in einer Atomanlage werden zahlreiche radioaktive Isotope frei. Einige zerfallen schnell, dass die Gefahr aus der Radioaktivität gering ausfällt. Aber die langlebigen Isotope bergen große Gefahren. Nur gegen einen kleinen Teil kann man sich mit den Jodtabletten eingeschränkt schützen. D.h. die Jobtabletten bieten die Sicherheit lediglich auf dem Papier, aber nicht in der Praxis.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aktion, Allgemein, Deutschland, Einladung, Grohnde, Hannover, Mitmachen, Mobilisierung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s