EON weiter auf intransparem Kurs: EON 2.0

Der größte deutsche Energieversorger und letzte große deutsche Atomkonzern EON hat eine neue Webseite.

Neu? Nein, nur umgebaut.
Besser geworden? Nein, intransparent!

EON hatte zum Jahreswechsel an den AKW Standorten die sogenannten „Informationszentren“ geschlossen. Dort wurde zwar informiert, aber einseitig und alles andere als objektiv. Atomkraftgegner nannten diese Treffpunkte „Propaganda Zentrum“ oder „Des-Informationszentrum“.

Nun will der Atomkonzern die Desinformation im Internet fortführen. EON setzt auf (In)Transparenz mit der „neuen“ Internetseite:
Es klingt nach dem, was am Ende gar nicht drin ist – http://www.eon-schafft-transparenz.de – offenbar hat EON die Atomkraft in Deutschland aufgegeben.

Warum sprechen wir von Intransparenz? Ganz einfach
Im Gegensatz zu bisherigen Veröffentlichungen über die Betriebszustände der Atomkraftwerke, werden künftig keine Informationen zu Ereignissen in den Reaktoren veröffentlicht.
Bislang berichtete EON zeitnah auf seiner Seite zum Beispiel über Abweichungen im AKW-Betrieb. Jetzt gibt es überhaupt keine aktuellen Nachrichten.

Das Angebot auf http://www.eon-schafft-transparenz.de wurde also stark reduziert. Das Neue auf der Internetseite ist, Informationen zu Ereignissen können nur noch während eines Ereignisses eingesehen werden. Danach werden sie sofort entfernt.
Vorher hatte EON alle Daten in einem Archiv zur Verfügung gestellt. Sucht man nach älteren Vorkommnissen, so lautet das Suchergebnis schlicht: “Die Zeiteingabe liegt ausserhalb des zulässigen Bereichs.”

Die neue “Kraftwerkssuche” offenbart ein weiteres Detail: wird nach den Kriterien “Kernkraft” und “Zeige nur Anlagen mit Besucherzentrum” gesucht, ist das Ergebnis: “Keines der EON Kraftwerke entspricht Ihren Suchkriterien.”

EON leitet seit Monaten das „neue“ Mitarbeiterkonzept „EON 2.0“ ein. Beschäftige gehen nach Hause, gehen in den Vorruhestand und der verbleibende Mitarbeiterstamm darf mit Lohnkürzungen rechnen. Nun leidet wohl auch die Transparenz des Konzerns darunter.

Nun setzt EON sein Transparenzkonzept „EON 2.0“ im Internet um.

Anfragen von der Presse, Bürgern und der Politik werden seit „EON 2.0“ mit „Wir haben keine Zeit für Anfragen“ beantwortet.

Schauen wir mal, wann EON auch bei der Sicherheit der Atomkraftwerke das Konzept „EON 2.0“ einführt. Der SuperGAU ist dann näher als der Abschalttermin…

“www.E.ON-schafft-intransparenz.de”, resümieren Atomkraftgegner. “Der Energiekonzern Vattenfall war nach Störfällen in Krümmel und Brunsbüttel 2007 gehörig wegen mangelhafter Öffentlichkeitsarbeit und folglich fehlendem Vertrauen auf die Nase gefallen und hatte tausende Kunden verloren. Am Ende wurden beide Meiler 2011 stillgelegt. E.ON gewinnt mit seinem Intransparenzkurs weder an Glaubwürdigkeit noch an Vertrauen. Offenbar hat der Konzern den öffentlichen Propaganda-Kampf um den Erhalt seiner AKW aufgegeben. Wir fordern nun ein schnelleres Abschalten als im Atomausstieg vorgesehen!”

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