AKWs massiv unterversichert

Eine Studie der Versicherungsforen Leipzig GmbH belegt, dass Atomkraftwerke in Deutschland massiv unterversichert sind. Sicherlich ist das nichts Neues, aber es ist in einer Studie bestätigt, die durch die Katastrophe in Japan initiiert wurde.

Kernaussage der Studie

Müssten die Betreiber ihre Anlagen adäquat gegen nukleare Katastrophenfälle absichern, würde der Preis für eine Kilowattstunde Atomstrom je nach Versicherungsmodell auf bis zu 2,36 Euro steigen.


Die Kosten für einen SuperGAU sind astronomisch. Es würde sich kein Versicherer finden, der sie je übernehmen würde oder könnte. Die zahlreichen und unfassbar schlimmen Katastrophen zeigen, wie unsicher die Atomkraft ist und wie weitreichend die Folgen sind. Nicht nur Unglücke wie Fukushima passieren, auch die „Abfallprodukte“ in den Herstellungsprozessen verdrecken und verseuchen unfassbar diesen Planeten. Diese Haftungsfragen sind in der Studie nicht berücksichtigt.

Das alles stellt den Staat vor ein Problem
Weil die Kosten für ein einzelnes Energieunternehmen viel hoch wären, muss im Falle eines Falles der Steuerzahler einspringen. So wie beim japanischen Kraftwerk Fukushima. Wie gewaltig die gesellschaftlichen Belastungen sind, zeigt Fukushima in Japan: der Betreiber beantragte kurze Zeit nach dem Unglück offiziell Staatshilfe. Allein für das Geschäftsjahr 2011 benötigte der Konzern rund 9 Milliarden Euro. Kurze Zeit später wurde der Konzern TEPCO verstaatlicht. D.h. die Konzerne verprassen Gelder und schütten an wenige die Gewinne aus dem vermeindlich billigen Strom aus. Die Kosten und Risiken sollen dann aber vom Staat getragen werden.

Das Deutsche Atomforum, die Interessenvertretung der Atomkonzerne, wollte die Studie nicht kommentieren. Man habe die „eigene Position“ schon oft dargestellt. Im Internet bei dem Verbands findet sich aber kein wirklich stichhaltiges Gegenargument. Man geht nicht auf mögliche hohen Kosten für Staat und Verbraucher ein und verharmlost die Risiken deutlich. Man kann dort nur lesen, dass das Thema aus Sicht des Atomforums „oftmals verkürzt und unscharf dargestellt wird“. Die Absicherung im Haftungsfall halte man für ausreichend – da ist wohl auch nichts anderes zu erwarten.

Aber es ist nicht nur die Versicherung, es gibt zahlreiche versteckte Subventionen. So werden die Fragen des Atommüll nicht von den Unternehmern geklärt, sondern vom Staat. Die Kosten von Gorleben oder der Asse werden nicht von den Konzernen übernommen, die den Müll zu verantworten haben. Vielmehr verdienen die Konzerne zusätzlich über Umwege an dem Atommüll und den Großprojekten wie Gorleben.
Ebenso ist es mit der Anschubfinanzierung, die über viele Jahre die Atomwirtschaft aufgebaut und ins Laufen gebracht haben.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat zu dem Thema einige gute Infos zusammengefasst, die folgend verlinkt sind:

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Eine Antwort zu AKWs massiv unterversichert

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