Wohin mit dem Atommüll – aber wir machen weiter…

Der Atommüll ist die Folge des AKW Betriebs. Die Anti-Atom-Bewegung hat AKWs immer wieder abgelehnt und hart gegen jeden AKW Standort gekämpft. Viele der damals im Atom-Wahn geplanten AKW wurden nicht gebaut, auch die Wiederaufbereitung in Deutschland konnte verhindert werden.

Trotz der politisch durchgesetzten zivilen Nutzung der Atomkraft, mit allen Risiken und Nachteilen für die Bevölkerung, sollen sich nun die Atomkraftgegner auch noch mit der Frage rumschlagen, wo der hochradioaktive Atommüll der AKW-Betreiber gelagert wird und ob und wo es Endlager geben soll. Aber noch dreister ist es, dass die Bürger nach den überhöhten Energiepreisen, neben den massiven direkten sowie indirekten Subventionen auch noch die unkalkulierbaren Kosten der Entsorgung des tausende Jahre strahlenden Atommüll kümmern sollen.

Irgendwie ein schlechter Witz – aber jetzt mehr Realität denn je!

Statt die Weiterproduktion des Müll sofort zu unterbinden, geht es munter weiter…
Die Jahre 2011 und 2012 haben jedem gezeigt, dass in kurzer Zeit eine echte Energiewende machbar ist. Aber statt in dem Zuge dieser Erfolge den Wahnsinn „Atomkraftwerke“ schnellst möglich abzuschalten, drängt die aktuelle Bundesregierung die Energiewende an den Abgrund.

Irgendwie ein schlechter Witz – Dummheit pur!

Nun werden die Anti-Atom-Gruppen und Atom-Standorte mit der Drohung des „Endlagersuchgesetz“ unter Druck gesetzt. Jetzt bei dem Spiel mit dabei, die Anti-Atom-Partei „Die Grünen“. In zahlreichen Bundesländern sind die Grünen vom Bürger in der Verantwortung grüner Politik gewählt worden. Es muss sich in 2013 zeigen, wie ehrlich und Glaubhaft „Die Grünen“ sind!
Das Bundesland Niedersachsen ist groß und das Atomklo der Bundesrepublik. Die Grünen regieren seit Anfang 2013 mit der SPD in dem Bundesland und haben die Chance, viel zu ändern und die verfehlte Politik der CDU / FDP-Vorgängerregierung zu korrigieren!

Die größte Wirtschaftszeitung in Deutschland hat mit einem interessanten Artikel diese Problematik offen aufgegriffen. Es ist an der Zeit, die Atom-Lobby zu entmachten und in vollem Umfang an den Kosten ihrer Machenschaften zu beteiligen. Ob bei der Entsorgungsfrage, ob bei dem Betrieb alle Risiken in maximalen Umfang abzusichern oder ob der maximalen Sicherheit, wenn EON und RWE weiterhin AKWs betreiben wollen. Auf Lügen, Betrug und Verharmlosung darf sich weder die Politik noch der Bürger einlassen.

Die Energiepolitik ist eng mit Umweltschutz und Klimawandel verbunden…

Letztlich muss man sich auch beim Standort „Grohnde“ bewusst machen, dass es schon jetzt ein Lager für hochradioaktiven Abfall direkt neben dem Reaktorgebäude gibt. Es ist noch Platz für weiteren Atommüll. Irgendwohin muss der Müll der Vergangenheit – der Müll des Atom-Wahnsinn der Atom-Lobby und der Politik ohne Zukunftsperspektiven.

Seit dem Herbst 2012 kommen die richtig problematischen MOX-Brennstäbe mit Plutonium zur Atommüllfrage in Grohnde erschwerend hinzu. Einmal die Brennelemente aus der Vergangenheit, die noch im Abklingbecken lagern und die „neuen“ 16 Brennstäbe aus Sellafield. Mit Fukushima hat man eigentlich ein klares Bild, was es bedeutet, Abklingbecken und Reaktoren mit Plutonium der MOX-Brennelemente gefüllt zu haben. Rund um die AKW Ruine in Japan liegen ganze Plutoniumstücke, die hunderttausende Jahre vor sich hin strahlen und noch lange das Leben und die Umwelt in der Regionen verseuchen…

2013 wird ein sehr spannendes Jahr, bei dem es sich lohnt, weiter gegen die Atom-Lobby zu „kämpfen“!

Denken wir an den 6. April 2013. Dann startet EON unter den Augen des Grünen Umweltministeriums in Niedersachsen die Grohnde-Revision. Geht es nach dem Atom-Konzern EON, sollen bis zu 8 der neue MOX-Brennelemente im Reaktor eingesetzt werden. 2014 sollen die weiteren 8 MOX-Brennelemente folgen. Das sind weitere 16 hochradioaktive und hochgefährliche Brennelemente mit Atommüll, der für die nächsten 1.000.000.000 Jahre strahlt…

Der Handelsblattartikel vom 25.4.2013

Wo lagert der deutsche Atommüll?
Die verstrahlte Republik

Gorleben fällt für Castor-Transporte vorerst aus. Kein Problem, denn in Deutschland gibt es noch 14 weitere oberirdische Lager für hochradioaktiven Müll. Außerdem bietet sich Russland als Atom-Klo an – gegen Bezahlung.

Die Anti-Atom-Bewegung muss sich neue Schlachtpläne ausdenken: Durch das bekannte Revier – die Wälder im Wendland, die
Zeltlager um Gorleben, die Gleise bei Dannenberg – rollt in den kommenden Jahren kein Castor mit Atommüll mehr. „Stoppt die Transporte“, lautete eine der Bedingungen der neuen rot-grünen Regierung Niedersachsens, die Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) nun akzeptiert hat. Dafür bekommt er von Niedersachsen das Okay für ein
Standortsuchgesetz, das Gorleben nicht partout ausschließt. Eine Enquete-Kommission soll bis Ende 2015 Zeit bekommen, die Kriterien festzulegen, die ein Endlager erfüllen muss.

Und bis dahin?
Wird der hochradioaktive Müll in den Zwischenlagern abgestellt, die sich auf ganz Deutschland verteilen. Ein Platzproblem gibt es nicht. „Das Bundesamt für Strahlenschutz hat bundesweit in den dezentralen Zwischenlagern – auf Antrag und Sicherheitsnachweis der Anlagenbetreiber – rund 1.400 Stellplätze für Transport- und Lagerbehälter, wie beispielsweise Castorbehälter, genehmigt“, sagt Monika Hotopp vom Bundesamt für Strahlenschutz. „Bislang sind 316
Stellplätze belegt.“

Interaktive Grafik Strahlenatlas

Der deutsche Atommüll verteilt sich auf 15 Orte. Klicken Sie auf die Standorte und erfahren Sie, wie viele Castoren dort stehen, wer das Zwischenlager wann beantragt hat, und wie viel Platz für Behälter es noch gibt.

Insgesamt gibt es in Deutschland drei zentrale Lager – Gorleben (Niedersachsen), Ahaus (Nordrhein-Westfalen) und das Zwischenlager Nord in Rubenow (Mecklenburg-Vorpommern) – und zwölf dezentrale Lager, die auf dem Gelände von Kernkraftwerken errichtet wurden. Während die Castor-Transporte in das zentrale Lager in Gorleben stets mit großem
Bohei von Politik, Atomkraftgegnern und Medien begleitet werden, füllen sich die dezentralen Lager still und leise nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Wie Handelsblatt Online erfuhr, wird das Bundesamt für Strahlenschutz in seinem nächsten Jahresbericht einen Anstieg der Castorenzahl um 27 Stück auf 316 vermelden. In den drei zentralen Zwischenlagern befinden sich insgesamt 243 Behälter. Gefüllt sind die Castoren mit hochradioaktivem Material – abgebrannten Brennelementen aus den Reaktoren. Bei Druckwasserreaktoren sind es 19, bei Siedewasserreaktoren 52 Brennelemente, die in einen Castor passen. Die
Strahlkraft ist in etwa die gleiche: Die Castoren sind zugelassen auf einen Wert bis zu 1019 Becquerel. Laut der Umweltorganisation Greenpeace entspricht die Radioaktivität eines jeden Castors in etwa der Menge, die beim Tschernobyl-Unglück insgesamt freigesetzt worden ist.

Die große Suche
Ein Endlager bei uns?
Geht gar nicht!

Keiner will ein Endlager vor der Tür haben. Eine Reise zu den möglichen Standorten.

Die abgebrannten Brennstäbe kommen noch innerhalb des Reaktors für rund fünf Jahre in ein Abklingbecken. Erst dann können sie in einen Castorbehälter gepackt und in das Lager verschoben werden. Dass diese oberirdisch in der freien Natur stehen, überrascht die große Mehrheit der Deutschen, wie das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zeigt.
Danach sind 73,3 Prozent der Bundesbürger überzeugt, dass Atommüll in Deutschland größtenteils unterirdisch lagert. Das Online-Marktforschungsinstitut Mafo hat im Auftrag von Handelsblatt Online die Befragung durchgeführt.

Auch in Gorleben – dem Inbegriff einer deutschen Atommüllsammelstelle – stehen die Behälter in Hallen und liegen nicht etwa tief unter der Erde. In dem Salzstock, der seit Jahren in rund 900 Metern Tiefe auf seine Endlagertauglichkeit erkundet wird, wurde noch kein Castorbehälter abgestellt.

Die Atom-Kehrtwende und der Weg zum Ausstieg

12. März:
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigt Sicherheitschecks für die 17 deutschen Atomkraftwerke an. Auf dem Bild sind 12 davon zu sehen: Grafenrheinfeld, Neckarwestheim, Biblis und Lingen, Gundremmingen, Brunsbuettel, Niederaichbach und
Brokdorf, Kruemmel, Unterweser, Philippsburg und Grohnde.

Deutsche wollen ihren Müll nicht exportieren

Die Endlagersuche läuft vor dem Hintergrund stetig wachsender Atommüllmengen. Obwohl der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossene Sache ist, müssen die Experten des Bundesamts für Strahlenschutz noch Jahrzehnte weiterdenken. Bis 2060 rechnen sie mit bis zu 300.000 Kubikmetern mittel- und schwachradioaktiven Abfällen und rund 29.000 Kubikmetern hochradioaktivem Müll. Dieser würde bei einem Vergleich der Strahlung jedoch 99,9 Prozent ausmachen – die mittel- und
schwachradioaktiven Stoffe kämen auf einen Anteil von 0,1 Prozent.

Umso bequemer wäre es, die Tonnen ins Ausland zu schaffen. Russland bietet sich offensiv als Atomklo Europas an – würde sich diese Rolle gut bezahlen lassen. Die Europäische Union denkt laut Greenpeace darüber nach, es Ländern zu erlauben, nach einer gemeinsamen Lagerstätte zu suchen. Damit würde allerdings, sagen Kritiker, die nationale Verantwortung aufgebrochen.

Denn in Deutschland gilt nach wie vor das Verursacherprinzip – das auch von den Bundesbürgern mehrheitlich anerkannt wird. Es besagt, dass derjenige, der den Atommüll produziert, ihn gefälligst auch zu entsorgen hat. Und zwar im eigenen Land. 73,3 Prozent der vom Mafo-Institut Befragten sind dagegen, dass Deutschland seinen Atommüll ins Ausland exportiert – selbst wenn es rechtlich möglich sein sollte.
Unter den 46- bis 65-Jährigen lehnen sogar 87,5 Prozent einen Müllexport ab.

Lex Asse – 126.000 Fässer müssen raus aus dem Salzbergwerk

Ein Gesetz soll jetzt dafür sorgen, dass die strahlenden Fässer den Ort wechseln.

Allerdings würden nur 10,9 Prozent der Befragten ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll in ihrer Umgebung akzeptieren, selbst wenn die Endlagersuche zu dem Ergebnis kommt, dass der Standort geeignet ist. Die Umfrageergebnisse zeigen, wie schwierig die Suche wird.

Immerhin gibt es für die mittel- und schwachradioaktiven Abfälle wie kontaminierte Schutzanzüge, Werkzeuge, Hüllen mittlerweile eine Lösung.
Zwar haben sich die Lager in Asse und Morsleben als nicht standfest erwiesen, jedoch wird der Schacht Konrad als Lagerstätte vorbereitet.
Ab 2019 soll der Atommüll, der nicht als hochradioaktiv gilt, in das stillgelegte Erzbergwerk bei Salzgitter (Niedersachsen) kommen.

Im Ausland lagern deutsche AKW-Abfälle noch in den Wiederaufbereitungsanlagen von Sallafield (England) und Le Hague
(Frankreich). Dort soll bis Ende 2015 der letzte Castor mit hochradioaktivem Müll aus Deutschland verladen werden. Hinzu kommen laut Greenpeace noch weitere 150 Behälter mit kontaminiertem Kleinstrukturmaterial. Anschließend wäre das Kapitel „Le Hague“ beendet.

Ebenfalls in zwei Jahren verlässt ein Transport die Anlage Sellafield. Wie viele der 21 Castoren, die Deutschland noch aus England noch zurücknehmen muss, dabei verladen würden, ist aber noch unklar. Und seit heute auch, wohin sie gefahren werden. Denn Gorleben ist fürs erste raus.

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