Atomkraftgegner empört über geplanten MOX-Einsatz

Atomkraftgegner empört über geplanten Einsatz von Plutonium-Mox-Brennelementen im AKW Grohnde

Atomkraftgegner sind empört über den geplanten Einsatz von 8 plutonium-haltigen MOX-Brennelenmenten im AKW Grohnde. Der Atomkonzern EON Kernkraft will in anstehenden Revision (vom 5. April bis zum 9. Mai 2013) 8 der 16 im Herbst 2012 gelieferten MOX-Brennelemente einsetzen. Im September und November 2012 gab es heftigen Widerstand von Atomkraftgegnern gegen die von EON beauftragte Anlieferung.

Die weiteren 8 MOX-Brennelemente sollen dann bei der Revision im Frühjahr 2014 eingesetzt werden.

„EON provoziert damit viele zusätzliche Gefahren: zum Beispiel ist die Neutronenstrahlung der MOX-Brennelemente höher, die den Versprödungsprozess des Reaktordruckbehälters noch verstärkt, dabei ist der Behälter sowieso schon aus einer besonders rissanfälligen, alten Stahlsorte gefertigt worden. EON muss auf den Einsatz der MOX-Brennelemente
verzichten! EON trägt die Verantwortung gegen Mensch und Natur, keinerlei unnötigen Risiken einzugehen!
Die niedersächsische Atomaufsicht muss nun einschreiten und den Einsatz von MOX-Brennelementen verbieten“, fordert Andreas Rohrmann von der Regionalkonferenz „AKW Grohnde abschalten!“. Er hatte 2012 eine Petition an den Bundestag eingereicht. Diese wurde mit einer lapidaren pauschalen Begründung abgewiesen, so dass im Februar gegen die Entscheidung Widerspruch mit einer ausführlichen Einwendung eingelegt. „Die Antwort steht noch aus.“ so Rohrmann.

Atomaufsicht war unter Birkner hinter Aufklärung zurückgefallen – Minister Wenzel muss im eigenen Haus aufräumen

Die Atomaufsicht war in Niedersachsen unter dem FDP-Umweltminister Birkner hinter die Aufklärung der offenen und von den Bürgern aufgeworfenen Argumenten zurückgefallen. Dies belegt nach Ansicht von Atomkraftgegnern die Beantwortung einer Anfrage der LINKEN im April 2012 (Frage20). Dort hatte das Umweltministerium tatsächlich die Behauptung aufgestellt, dass es bei der Druckprobe des Sicherheitsbehälters des AKW Grohnde keine Rolle spielen würde, ob
sich der Druckstoß in 62 Stunden oder in 17 Sekunden aufbauen würde. Damit haben die Beamten des Umweltministeriums einfachste Naturgesetze ignoriert und sind hinter die Aufklärung zurückgefallen. Dies zeigt, wie die FDP in der Regierungspflicht mit der Sicherheit der Bevölkerung weit über die Grenzen Niedersachsens spielte!

Spätestens durch den Reaktor-Unfall von Fukushima hätten die Beamten vom Glauben „Die Erde ist eine Scheibe und Atomkraft ist sicher“ ablassen müssen!
Man kann nur hoffen, dass unter der neuen rot-grünen Landesregierung nicht davon auszugehen ist, dass Sicherheitsprobleme ignoriert werden. Am 2. Fukushima-Jahrestag haben sich über 20.000 Menschen an einer Aktions- und Menschenkette beteiligt, um vor den Gefahren des AKW Grohnde zu warnen. Neben den eigentlichen Risiken der Atomkraft ist auch der Katastrophenschutz miserabel und inakzeptabel. Minister Wenzel muss im eigenen Haus aufräumen und
durchgreifen, wenn Ministeriumsmitarbeiter Gefährdungsanalysen verschleppen, kritische Fragen herunterspielen,
kritischen Gutachtern keine Akten zur Verfügung stellen wollen und von den eigentlichen Problemen abzulenken versuchen. Nach Fukushima kann man die kritischen Bürger nicht mehr für Dumm verkaufen und dem Volk erklären, dass Atomstrom billig, sauber und ohne jede Risiken ist. Wir haben Alternativen und Deutschland kann schon 2013 komplett aus der Atomkraft aussteigen. Rot-Grün kann in Niedersachsen zeigen, wie es geht und sich so Zustimmung und Glaubwürdigkeit für die Bundestagswahl erarbeiten.

Mit der Revision kann man sicher mit begleitenden Protesten rechnen, wenn EON nicht schnell einlenkt.

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Eine Antwort zu Atomkraftgegner empört über geplanten MOX-Einsatz

  1. Boris Schneider schreibt:

    Dass es soweit kommt ist hinsichtlich Fukushima eigentlich unglaublich. Müssen Menschen gerade an IHREN Fehlern lernen, dass es so nicht weitergeht oder fängt man mal bald an auch an fremden Fehlern zu lernen? Gut, dass sich 20.000 Menschen eingefunden haben. Eine beachtenswerte Zahl.

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