Atomrechtliche Überprüfung MOX Einsatz gefordert

Atomkraftgegner fordern von Umweltminister Wenzel die atomrechtliche Überprüfung des Einsatzes von MOX-Brennelementen

Atomkraftgegner mit ihren japanischen Gästen haben am Mittwochvormittag dem 03.04.2013 um 11:30 Uhr dem Umweltminister Wenzel vor dem niedersächsischen Umweltministerium eine 16-seitige „Denkschrift gegen den Einsatz von MOX-Brennelementen“ überreichen.

In der Denkschrift weisen die Atomkraftgegner auf die zahlreichen Argumente deutscher Reaktorexperten gegen den MOX-Einsatz und auf Erfahrungen aus dem Reaktorunfall von Fukushima hin. Jean-Paul Pape, der seit über 40 Jahren in Japan wohnte, beton, dass MOX-Brennelemente im Reaktor 3 des AKW Fukushima die Auswirkungen des Unfalls noch verschlimmert haben. Dort sei es zu einer nuklearen Explosion gekommen, die Plutonium bis zu 45 km weit in die Umgebung des AKWs verstreut hat.

Die im deutschen Atomgesetz verlangte zusätzliche Vorsorge gegen Gefahren gegenüber der Allgemeinheit (§7d) gebietet es daher, den Einsatz von MOX-Brennelementen zu unterlassen bzw. zu untersagen.

Die Denkschrift gegen den Einsatz von MOX-Brennelementen als PDF (178 KB).

Michaela Mügge / PubliXviewinG Michaela Mügge / PubliXviewinG Michaela Mügge / PubliXviewinG Michaela Mügge / PubliXviewinG

Denkschrift zählt Gefahren auf

  • Durch erhöhte Belastung der Brennelemente steigt beim MOX-Einsatz die Rate der Hüllrohrdefekte, die zu einer vermehrten radioaktiven Freisetzung führen. Dadurch erhöht sich das durch die KIKK Studie nachgewiesene Risiko von Leukämie- und Kinderkrebs im 50-km Umkreis um das AKW.
  • Wegen des erhöhten Strahlung muss verstärkt Bor eingesetzt werden, dass wiederum zu einer höheren Tritiumbildung im Abwasser und der Abluft führt.
  • Mit den Erkennissen von Fukushima wird bei einer nuklearen Explosion Plutonium bis zu 45 km weit in die Umgebung des AKWs verstreut

Kritiker des MOX-Einsatzes sind die Experten und kritische Bürger

Der Hamelner Stadtrat und Kreistag hatten sich im Oktober letzten Jahres gegen den Einsatz der MOX-Brennelemente ausgesprochen. Bereits bei der ersten Genehmigung von MOX-Brennelementen 1986 hatte die Stadt Hameln und auch der Landkreis Holzminden zusammen mit über 500 BürgerInnen gegen den Einsatz von MOX-Brennelementen Einwand erhoben. Der Dipl-Physiker und später langjährige Abteilungsleiter „Radioaktivität und Umwelt“ des Bundesamtes für Strahlenschutz (2001-2012) Gerald Kirchner hatte die Stadt 1986 beraten und eingewendet, dass die Kritikalitätsberechnungen nicht nachvollziehbar seien und nach seinen Berechnungen die Grenzwerte überschritten würden. Weiter bezweifelte Kirchner, der heute das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) der Universität Hamburg leitet, dass die Schnellabschaltung des Reaktors beim MOX-Einsatz genauso gewährleistet sei. Auch hatte Kirchner vor einer ungewollten Kettenreaktion im Abklingbecken gewarnt, wie sie in Fukushima eingetreten ist.

Auch der Göttinger Professor Rolf Bertram kritisiert den MOX-Einsatz, insbesondere dass durch die erhöhte Neutronenstrahlung beim Einsatz von MOX-Brennelementen die Versprödung des Reaktorstahls begünstigt und damit die Stabilität herabgesetzt.

MOX muss schnellst möglich verboten werden

Die Atomkraftgegner fordern daher vom Umweltminister Wenzel als Leiter der Atomaufsicht des Landes, den Einsatz von MOX-Brennelementen so schnell wie möglich zu verbieten.
Weiter muss er über 20 Berichte zum MOX-Einsatz im AKW Grohnde kritischen Wissenschaftlern zur Begutachtung vorlegen.

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