Probleme ohne Ende – und es geht weiter

Greenepeace_DSC6068Pleiten Pech und Pannen

Anders lässt es sich für EON nicht beschreiben. Wer vermutet, man würde Einsicht zeigen. Falsch vermutet. Statt dessen wird die Keule der Beschwichtigung und des Herunterspielens gezogen.

Wen wundert es. EON sagt, es sei üblich, dass wichtige und kritische Bauteile des AKW rostig seien – man müsse sie nur neu anstreichen, dann ist alles wieder in Ordnung. So kann man natürlich auch für Sicherheit sorgen und eine alte Rostlaube von Generator ins AKW stellen. Frei in der Gedankenfolge ist, nach Angaben von EON die Reaktorkern-Kühlung völlig unwichtig. Vermutlich weiß die technische AKW Leitung nicht, wie die Drosselklappen die Brennelemente im Reaktorkern kühlen und funktionieren. Man fragt sich, wofür es diese Drosselklappen gibt und warum die Federn haben, die kaputt gehen, wenn das alles total unwichtig ist! Klar, wenn es nach EON ginge, würde man die ‚olle Kühlung gleich ausbauen. Kostet nur unnötig Geld und schmälert die Gewinne – außerdem macht noch mehr Hitze auch noch mehr Energie die man sau teuer dem Steuerzahler und Bürger unterjubeln kann…

Es ist aber erschwerend zu beachten, dass in dem AKW 8 schwer zu kontrollierende MOX-Brennelemente eingesetzt wurden und seit rund einem Jahr verwendet wurden. Nun soll die Risikolage mit der Verdoppelung der MOX-Brennelemente massiv erhöht werden. Es werden weitere 8 MOX-Brennelemente eingesetzt. Vielleicht sei dabei auch erwähnt, dass die Atomfabrik, die diese MOX-Elemente hergestellt hat, wegen Unfähigkeit 2012 geschlossen wurde. Die Fabrik in Sellafield hat es nie geschafft, die geplante Auslastung und Qualität zu liefern. Statt dessen hat die Atomanlage in England viele Bürger auf dem Gewissen. Die Gegend ist die mit schwerst verseuchte Region und es mag langfrist tödlich sein, dort am Strand zu baden! Es gibt keinen anderen Ort der Welt, so soviel Plutonium einfach so rumliegt. Eher aus einem Akt des Mitleids, musste EON die 16 MOX abnehmen/zurücknehmen. Aber ist es wirkliche die Sache wert, wenn man sich die Risiken der Atomkraft anschaut? Die Opfer in Tschernobly und Fukushima sollten uns, der Politik, den Behörden und auch EON eines besseren belehren. Wer mag das Risiko eines SuperGAUs tragen und was werden die Aktionäre von EON sagen, wenn das schlimmste anzunehmende Szenario eintritt?

Nun ist die Kontrollen der Drosselklappen ist abgeschlossen. Und mit jedem Tag ist faktisch eine neue Klappe beschädigt. Detailangaben und einer gebotenen Transparenz würde an erwarten. Immerhin sind hunderttausende rund um das AKW Grohnde im Katastrophenfall betroffen. Wie in Fukushima wären mindestens ein Umkreis von 30 km zu evakuieren. Bei dem Radius wären es weit mehr als 600.000 Menschen.
Immerhin hält es die Landesregierung für geboten, per Pressemeldung Details zu nennen. Von etwas über 130 Klappen sind 9 defekt. Durch den Defekt ist davon auszugehen, dass Fremdkörper in den Reaktorkern frei herumschwimmen. Wir sprechen hier nicht vom Freibad, sondern von einem hochsensiblen Reaktor, der mittels Kernreaktion riesige Energien freisetzt und diese dann durch riesige Turbinen und über einen beachtenswerten Generator unglaubliche Mengen an Strom produziert. Gerät bei so einer Anlage etwas außer Kontrolle, wird es nicht witzig.

Leider werden solche üblichen Revisionen im Eiltempo durchgeführt. Die Prüfungen am AKW sind lappidar. In so kurzer Zeit kann niemand ein AKW komplett auf Fehler prüfen. Hätte Minister Wenzel die komplette und genau Prüfung nicht angeordnet, wären die Schäden an den Drosselköpern wohl nie aufgefallen. Jetzt sind es allein bei den Drosselklappen ganze 9, die schadhaft sind.

Also, was mögen im AKW Grohnde noch für Mängel zu finden sein?
Die Atomaufsicht Niedersachsen muss das fast 30 Jahre alte AKW auf Herz und Nieren prüfen. So ein Schrottreaktor darf nicht einfach so aus Profitgier zurück ans Netz.

Verantwortung sieht anders aus!
Der Schrottreaktor Grohnde muss dauerhaft vom Netz.

Lange Zeit war Grohnde der Störfallspitzenreiter.
Doch mit vielen Zwischenfällen konnte Philipsburg massiv aufholen und hat Grohnde auf der linken Seite überholt. Aber Grohnde schickt sich an, mit immer neuen Problemen, den „alten“ Ruf des Pannenreaktors zurück zu erlangen.

Unter diesen Umständen ist es absolut notwendig, sich die AKW-Führung nach Hannover einzubestellen. Umweltminister Wenzel will sich am Dienstag über alle Details informieren. Ob das auch wieder eine Veranstaltung der Verharmlosung ist? Schon die ersten Fehler bei den Drosselklappen und ein eindeutig als Fremdkörper identifiziertes Teil im Reaktorkern wurde heruntergespielt und trotz der heißen Phase im Wahlkampf-Marathon erst Tage später überhaupt erst dem verantwortlichen Minister Wenzel vorgestellt. Damals hat sich der Minister ins Auto gesetzt und ist unterwürfig zum AKW gefahren.

Irgendwann muss dieser „Volksverarsche“ ein Ende gesetzt werden. Die richtige Entscheidung des Ministers war, dass angesichts der Schadenhäufung geprüft werden muss, ob die bisherigen Kriterien für die Routine-Revisionen ausreichend sind. Denn es besteht ernste Sorge, der Defekte kann auch andere AKWs betreffen. So käme auf die anderen deutschen Atomkraftwerke möglicherweise eine ähnliche umfassende Kontrollen zu. Insbesondere sei auf das AKW Brokdorf verwiesen, das AKW ist im Grunde baugleich zum AKW Grohnde.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aktion, Allgemein, Blockade, Brokdorf, Deutschland, Einladung, Grohnde, Hannover, Japan, Meldung, Mobilisierung, MOX-Lieferung, Sellafield veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s