WIR MEINEN ES ERNST: AKW GROHNDE JETZT STILLLEGEN

Grohnde_akutAm Samstag haben 600 Menschen zusammen mit 20 Treckern in Hannover für die sofortige
Stilllegung des AKW Grohnde demonstriert.

Mit der Demonstration und einer kurzfristigen Unterschriftensammlung wollen die AKW-Kritiker nach den zahlreichen und in Salami-Scheiben bekannt gewordenen Meldungen zu Defekten im AKW Grohnde Druck auf die niedersächsische Atomaufsicht machen, dass der seit Jahrzehnten umstrittene Reaktor in der nächsten Woche nicht wieder ans Netz geht.

Der Niedersächsische Umweltminister hat für Montag ein aufsichtliches Gespräch mit dem Betreiber angesetzt. Am Donnerstag um 11.15 Uhr wollen dann die AKW-GegnerInnen dem Minister die Unterschriften über­reichen.

„Diese Demo war nur der Anfang“, erklärte Peter Dickel für die Regionalkonferenz AKW Grohnde stilllegen zum Auftakt am Opernplatz. „Sollte der Reaktor wider alle Vernunft wieder in Betrieb gehen, wird es weitergehen mit vielfältigen Aktionen, mit Klagen und mit allen Formen des
politischen Drucks.

Mit der Endzeitstimmung der Betreiber sei jetzt eine völlig neue Gefahrensituation entstanden und niemand könne glauben, dass mit dem Ausstiegsbeschluß alle Gefahren vorbei seien!

Auf der Kundgebung am Umweltministerium erinnerte Pfarrer i.R. Eckard Bretzke an den Beginn der Auseinandersetzung, den er in den 70er Jahren als Gemeindepfarrer in Tündern, 3 KM von Grohnde erlebte. In einer kämpferischen Rede verwehrte sich die 16jährige Schülerin Garonne van
der Made aus Gehrden bei Hannover dagegen, was ihrer und nachfolgenden Generationen mit den Folgen der Atomenergie aufgebürdet wird. Sie rief gleichermaßen dazu auf, persönlich auf Ökostrom umzusteigen und politisch Druck auf Landesregierung und EON Druck zu machen. Sie verwies
auf die Erfahrung aus Fukushima: „Das soll sich hier nicht wiederholen, darum leisten wir gemeinsam Widerstand“.

Aus Japan berichtete Hironubo Takaoka, Mitbegründer der Gruppe Sayonara-Genpatsu-Düsseldorf von dem gerichtlichen Verbot, den Reaktor Oi wieder in Betrieb zu nehmen. Das Gericht hatte den Vorrang der
Lebensinteressen der Menschen vor den wirtschaftlichen Interessen betont. Takaoka wies darauf hin, dass Oi sogar noch nicht mal so alt wie Grohnde sei und der Einsatz von Plutonium-MOX-Brennelementen geplant, aber im Gegensatz zu Grohnde bisher nicht erfolgt sei.

Der NDR berichtete von der Demo mit O-Ton von Peter Dickel.

Am Wochenende hat auch das Umweltministerium von seinem Minister eine Erklärung herausgegeben. Mit der Presseerklärung wurde ein aktueller Bericht verteilt (PDF).

Anlässlich der laufenden Untersuchungen im Atomkraftwerk Grohnde erklärt der
niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel:
In der Forderung nach einem möglichst schnellen, vollständigen und endgültigen Ausstieg aus der Atomkraftnutzung und der damit verbundenen Abschaltung aller Reaktoren bin ich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der heutigen (Samstag) Demonstration in Hannover einig.

Bundestag und Bundesrat haben nach dem Reaktorunglück von Fukushima den Ausstieg aus der Nutzung von Atomstrom beschlossen, weil der Unfall zeigte, dass Ereignisse jenseits der praktischen Vernunft nicht sicher ausgeschlossen werden konnten. Die im Atomgesetz vorgesehenen Restlaufzeiten der noch am Netz befindlichen Atomkraftwerken sind deshalb die maximal möglichen Zeiträume. Wie lange verbleibende Anlagen tatsächlich am Netz bleiben können, hängt vom Zustand der Anlagen, von der Wartung und Instandsetzung und der Zuverlässigkeit der Betreiber ab.

Die niedersächsische Atomaufsicht hat ihre Aufsicht verstärkt, um sicherzustellen, dass die Betreiber ihren Verpflichtungen tatsächlich nachkommen. Bei der Inspektion anläßlich der Revision im Atomkraftwerk Grohnde sind Schäden im nichtnuklearen Teil (Generator) und im nuklearen
Teil (Drosselkörper) festgestellt worden.

Derzeit wird der Bericht des Betreibers, der Bericht des Labors, der Bericht des Gutachters und der Bericht eines weiteren extern hinzugezogenen Sachverständigen über die Befunde im nuklearen Teil des Reaktors ausgewertet. Anfang der Woche (Montag, 16.06.) ist der Betreiber zu einem weiteren Gespräch ins Ministerium geladen, um zu klären, welche Maßnahmen erforderlich sind. Schon jetzt ist deutlich geworden, dass auch bei anderen Atomkraftwerken der Zustand der sogenannten Drosselkörper geprüft werden muss.

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