AKW Grohnde abreißen statt wieder anfahren

Atomkraft ist teuerMit der Aktion „AKW GROHNDE ABREIßEN STATT WIEDER ANFAHREN“ haben Vertreter von Bürgerini­tiativen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen dem nieder­sä­chsischen Umweltminister Wenzel 4.200 Unterschriften für die Stilllegung des umstrittenen Reaktors überreicht.
Vor dem Ministerium fuhr eine sinnbildliche Abrissbirne auf.

Presseinfo (PDF)

GLEICHZEITIG NEHMEN DIE TURBULENZEN ZU

  • Die Stadtwerke Bielefeld, zu 16,7% am AKW beteiligt, vermelden einen Gewinneinbruch, mindestens 10 Millionen EUR unerwarteter Belastung aus der Grohnde-Beteiligung und können in diesem Jahr keine Abführung an die Stadt leisten
  • Hameln-Pyrmonts Landrat Bartels (SPD) äußert angesichts der Infor­mationspolitik des Betreibers Zweifel an der Sicherheit und wünscht sich alsbaldige Stilllegung des Reaktors
  • Innerhalb der GRÜNEN Partei fordern immer mehr Gliederungen die sofortige Stilllegung
  • Es liegen Informationen vor, dass bei der Revision weitere gravierende Mängel aufgetreten sind

Es verdichten sich die Anzeichen, dass EON bei der Revision – nicht ganz unerwartet – Schnelligkeit vor Sicherheit gesetzt hat. Noch läuft eine Anzeige beim Gewerbeaufsichtsamt wegen der Genehmigung für den Ersatzgenerator. Einen weiteren bekannt gewordenen Vorgang hat Umweltminister Wenzel gleich direkt an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet und will bis zum Ende der Ermittlung keine Genehmigung zum Wiederanfahren des umstrittenen Reaktors geben. Es geht dabei um eine 30
Jahre alte Armatur, die wegen eines Risses hätte ausgetauscht werden müssen. Weil das aber im Zeitraum der Revision nicht möglich gewesen wäre, wurde der Riss trotz fachlicher Bedenken geschweißt.

Minister Wenzel verweist auf §312 StGB „Fehlerhafte Herstellung einer kerntechnischen Anlage“:

(1) Wer eine kerntechnische Anlage (§ 330d Nr. 2) oder Gegenstände, die zur Errichtung oder zum Betrieb einer solchen Anlage bestimmt sind, fehlerhaft herstellt oder liefert und dadurch eine Gefahr für Leib oder Leben eines anderen Menschen oder für fremde Sachen von bedeutendem Wert
herbeiführt, die mit der Wirkung eines Kernspaltungsvorgangs oder der Strahlung eines radioaktiven Stoffes zusammenhängt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

„Wir wissen, dass es noch eine Reihe weiterer solcher Probleme gibt. Mal sehen, ob der öffentliche Druck groß genug ist, sie ans Tageslicht zu bringen.“ sagt Peter Dickel von der Regionalkonferenz Grohnde abschalten.

Einstweilen erklärt EON die Kritik sei ein durchsichtiges politisch motiviertes Manöver, um das Wiederanfahren des Kraftwerks zu verhindern. Eine sehr durchsichtige Antwort auf technische Kritikpunkte.
EON hat die Revision um 24 Stunden (bis Sonntag, 23.59 Uhr) verlängert.

„Wir freuen uns über jede Form der Unterstützung“ ergänzt Dickel:

  • Tragt die Infos weiter. Immerhin ist die Auseinandersetzung einigermaßen exemplarisch und hat schon zu einer Eilmeldung zu den Drosselkörper an anderen AKW-Betreiber geführt
  • das ganze ist kostet auch ziemlich viel Geld und wir sind auf Spenden dringend angewiesen.
    Spendenkonto der Regionalkonferenz Grohnde:
    AG Schacht KONRAD e.V.
    Verwendungszweck: Grohnde
    IBAN DE49 4306 0967 4067 8836 01
    BIC GENODEM1GLS
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