EON will Wiederanfahren von AKW Grohnde erzwingen

EON will nun vor Gericht durchsetzen, dass das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen wieder angefahren wird und hat einen entsprechenden Eilantrag über das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gestellt.
EON erklärt, man habe den Nachweis erbracht, dass die Arbeiten in Grohnde ordnungsgemäß erfolgt seien. Die Landesregierung in Hannover und die Staatsanwaltschaft prüfen den Vorgang. Ob es zu Ermittlungen kommt, steht noch nicht fest. Der auf einem anonymen Hinweis beruhende Vorwurf soll auf seine Schlüssigkeit geprüft werden, um zu sehen, ob der Anfangsverdacht einer Straftat besteht. Wenzel will über das Wiederanfahren des Kernkraftwerks kurzfristig entscheiden.

EON meldet auf seiner Transparenzseite für Grohnde eine Instandsetzung am 23.06.2014:

AKW Grohnde: 23.06.2014 07:01 bis 23.06.2014 16:30 – Instandhaltung

Die Atomkraftgegner rund ums das AKW Grohnde treffen sich am Samstag dem 21.06.2014 in Hannover, um die aktuelle Lage zu besprechen, sowie das weitere Vorgehen. Noch immer stehen offen Fragen in Bezug auf dem Umweltministerium übergebene Punkte über Mängel am AKW Grohnde aus und die Lage der aktuell auftretenden Mängel aus der Revision macht vielen Bürgern sorge. Die wesentliche Frage ist, wie sicher ist ein 30 Jahre altes AKW, wenn an vielen Stellen immer mehr Probleme am verbauten Material auftreten. Die Problematik mit den Drosselkörpern ist mittlerweile bundesweit in den Atomkraftwerken angekommen mit der Empfehlung das problematische Material Inconel X 750 grundsätzlich auszutauschen. An dessen Eignung für den Einsatz in Atomkraftwerken gibt es seit mehr als 35 Jahren begründete Zweifel, denn schon 1978 traten erste Risse an Bauteilen mit dem Werkstoff im Reaktorkern auf. 1990 räumte selbst die schwarz-gelbe Bundesregierung „systematische Schäden an Konstruktionselementen aus dem Werkstoff Inconel X 750“ ein, darunter auch „Schäden an Federelementen“, also Drosselkörpern.
EON muss sich die Kritik gefallen lassen, warum diese Schäden nicht rechtzeitig erkannt wurden. EON hat wohl nicht hingeschaut oder nicht aufgepasst. Die Körperschallüberwachung etwa, die eigentlich Schäden im Reaktorkern während des Betriebes entdecken soll, hat in diesem Fall versagt. Der Schaden ist erst während der Revision des AKW nach der Neubeladung des Kerns bei einer Inspektion mit einer Unterwasserkamera entdeckt worden – und selbst das nur zufällig. Mehr zu den Drosselkörpern findet sich bei ausgestrahlt.

Wie es um den Riss an einer Armatur steht, ist offen. Fest steht, dass der Riss durch Schweißarbeiten korrigiert wurde, obwohl eine Instandhaltung oder der Bauteilaustausch wohl eher eine bessere Lösung gewesen wäre, denn das beschädigte Bauteil soll schon 30 Jahre alt gewesen sein.

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