von Fukushima nach Gorleben

SANYO DIGITAL CAMERA300 Menschen und mehr als 30 Traktoren zugen durch die Innenstadt von Dannenberg (Wendland). Aus Anlass des vierten Jahrestages der Atomkatastrophe von Fukushima hatten die Bäuerliche Notgemeinschaft und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz aufgerufen. Die Lehre, die man aus dem Super-Gau ziehen sollte, ist solange auf die Straße zu gehen, bis alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind, nicht nur in Deutschland, überall. Dieses Credo der Dannenberger Bürgermeisterin Elke Mundhenk wurde laut beklatscht. Eindringlich widersprach Dr. Hartmut Heinz von der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW einer Entwarnung für die betroffene Region. Schilddrüsenkrebs bei Kindern wurde längst als Folge des Super-Gau diagnostiziert und jährlich würden viele Erkrankungen hinzu kommen, auch wenn das von offizieller Seite geleugnet wird. Die IPPNW berichtet von zunehmenden Schilddrüsenkrebserkrankungen, befürchtet werden 20.000 bis 120.000 Krebserkrankungsfälle infolge der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima. Das Komitee der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Folgen atomarer Strahlung (UNSCEAR) hingegen verharmlost systematisch das tatsächliche Ausmaß der gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe.

Martin Donat, der BI-Vorsitzende, schlug einen Bogen von Fukushima nach Gorleben. Dort, in Fukushima, würden Menschen aufgefordert, in das verseuchte Gebiet zurückzukehren. Sie sollten den Experten glauben schenken: “So wie wir, wir sollen glauben, dass es keine Castortransporte mehr nach Gorleben gibt und dass Gorleben als Endlager aus dem Rennen ist”.

Casten Niemann von der Bäuerlichen Notgemeinschaft unterstrich, wie wichtig es sei, dass die Trecker wieder rollen. Völlig unklar sei, was mit Ablauf der Einlagerungsgenehmigung für die Castoren im Zwischenlager Gorleben im Jahr 2034 mit dem hochradioaktiven Atommüll gemacht werden – ein Endlager sei bis zu dem Zeitpunkt nirgendwo betriebsbereit. Er betonte, wie wichtig es sei, einen langen Atem zu behalten und sich von den Verhandlungen in der Endlagerkommission nicht blenden zu lassen. Es wurde eine eindringliche Grußbotschaft aus Japan an die Demonstrant im Wendland verlesen.

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