Grohnde / E.ON

Die kritische Sicht auf das AKW Grohnde und den Energiekonzern E.ON

Ein Youtube-Video über die Atomkraft in Deutschland vom „ZDF umwelt extra“ – gesendet am 13.03.2011.

Ein Youtube-Video aus dem Jahr 2008 „Atomstrom Lüge“ bei Frontal 21.

Das AKW Grohnde

Das AKW Grohnde liegt in Niedersachsen bei Hameln im Landkreis Hameln/Bad Pyrmont angrenzend an das Bundesland NRW.

Grohnde ist vom Typ: „Druckwasserreaktor“.
Mit einer Nennleistung von 1360 MW war Grohnde im Jahre 2000 das zweitgrößte Leistungs-AKW der Welt. Das AKW hatte eine Leistungssteigerung beantragt, welche genehmigt und bereits realisiert wurde.

Die Inbetriebnahme war 1985 und im Vorfeld gab es massive Proteste, aggressivste Polizeieinsätze und letztendlich ein unglaubliches Chaos mit vielen vielen Verletzten…

Ein Youtube-Video über das Anti-Atom-Dorf Grohnde im Jahre 1977.

Der Betreiber ist auf E.ON und Stadtwerke Bielefeld beschränkt. In Bielefeld gibt es zahlreiche Bürger, die die Beteiligung ablehnen und entsprechend Druck auf die Stadtwerke und Stadt Bielefeld ausüben.
Link auf die Seite bei E.ON zu dem Kraftwerk:
http://www.eon-kernkraft.com

Im Sommer 2001 kam über Indymedia der Bericht eines ehemaligen Mitarbeiters der Qualitätssicherung an die Öffentlichkeit, nach denen diverse Qualitätsprüfungen – etwa an Schweißnähten beim Reaktorbau – mit echten Prüfstempeln vom TÜV oder abgeänderten Prüfprotokollen gefälscht wurden. Auch wurden Qualitätsprüfungen qua Röntgen ohne Schutz von Arbeitern durchgeführt. Eine ungewöhnlich hohe Zahl von technischen Direktoren starb mit den Jahren an Krebs.

Im Jahr 2011 gab es zahlreiche Berichte, wie mittels Leiharbeitern die Revisionsarbeiten unter widrigen Umständen und völlig unterbezahlt durchgeführt werden. Sicherlich ist dies kein Qualitätsmerkmal.

Mit dem Super-GAU in dem High-Tech-Land Japan im März 2011 hat sich nach Tschernobyl erneut gezeigt, dass die Atomkraft nicht beherrschbar ist!

MOX Brennelemente in Grohnde

Im AKW Grohnde werden auch MOX Brennelemente aus England importiert eingesetzt.

MOX = Mischoxid (MOX) Brennelemente
Als Mischoxid-Brennelemente, kurz: MOX-Brennelemente (MOX = Mischoxid), werden in der Kerntechnik Brennelemente bezeichnet, die im Gegensatz zu Brennelementen aus reinem Urandioxid ein weiteres Oxid enthalten. Meist handelt es sich dabei um Plutoniumdioxid. Weil Plutonium gefährlicher als Uran ist, sind aber deutlich größere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Die Zumischung an Plutonium liegt bei 7-8 %.

Beim Betrieb eines AKW mit rund 1.000 MW Leistung entstehen pro Jahr ca. 200 – 250 kg Plutonium.

In den Jahren 2000 bis 2004 wurden in Grohnde bereits 40.400 KG (40,4 t) MOX-Brennelemente eingesetzt.

Plutonium ist der giftigste Stoff der Welt!!

Plutonium hat kurzreichende Alpha-Strahlung und reißt gewissermassen tiefe Schneisen in jedes lebende Gewebe und zerstört es letztlich. Dabei kann es nur schwer oder gar nicht ausgeschieden werden, es setzt sich fest, reichert sich sogar an, die Strahlung ist bei einer Halbwertszeit von 24.000 Jahren (!!!) faktisch dauerhaft vorhanden. Bereits wenige Millionstel Gramm (Mikrogramm) können sofort, sogar nur etliche Milliardstel Gramm (Nanogramm) langfristig tödlich wirken…..“

Wesentliche Störfälle

Mai 2011 – Erhöhte Radioaktivität, wahrscheinlich durch einen Brennelementeschäden. Ein ähnlicher Schaden an einem Brennelement habe erst vor wenigen Tagen im AKW Tsuruga (Japan) zu einer Kraftwerksabschaltung geführt, um Schäden oder Freisetzungen von Radioaktivität zu vermeiden.
Dieser Vorfall, wie viele andere auch, sollte zunächst vertuscht werden.

Februar 2011 – Falscher Meßumformer zur Füllstandsmessung eines Wasserbeckens im AKW Grohnde eingesetzt.

August 2010 – Im Rahmen einer turnusmäßigen Kontrolle wurde an einer Einrichtung zur Abwasser-Aufbereitung eine Leckage festgestellt.

Mai 2010 – Geringfügige Undichtigkeit an einer Schweißnaht im Abwassersystem.

April 2010 – Im Rahmen von Prüfungen wurde ein Defekt an einem Schlüsselschalter an einem von insgesamt vier vorhandenen Notspeisenotstromdieseln festgestellt. Der Schalter wurde ausgetauscht.
Es wurden leichte Beschädigungen an drei von insgesamt circa 45.000 Brennstäben festgestellt. Die betroffenen Brennelemente werden 2011 nicht wieder eingesetzt.

März 2010 – Offensichtlich durch ein fehlerhaftes Ventil wurde für etwa eine Stunde Wasserdampf aus dem Sekundärkreislauf über das Maschinenhausdach abgeblasen.

Juli 2005 – Es kam durch eine Störung zu einer Abschaltung mehrerer Komponenten. Durch das weitere Öffnen der Mindestmengenventile der Speisewasserpumpen wurde eine Unterspeisungstransiente ausgelöst, die zur Folge hatte, dass der Dampferzeugerfüllstand unter 8,5 Meter fiel und es zu einer Turbinen- und Reaktorschnellabschaltung kam. Nachdem die Ursache für die Störung geklärt war, nahm der Reaktor am 12. Juli um 0:32 Uhr den Leistungsbetrieb wieder auf.

Juli 2005 – Es kam zu einer Turbinenregelstörung, was einen Lastabwurf von 240 MW verursachte. Dies führte zu einer Reaktorschnellabschaltung. Nachdem der Fehler behoben wurde, wurde der Reaktor zirka 12 Stunden später wieder in den Leistungsbetrieb hochgefahren.

Im Juli 2004 kam es wegen verschiedener Störungen gleich dreimal zur Schnellabschaltung des Reaktors

2004 – Es sprang die Abgabe radioaktiver Edelgase gegenüber früheren Jahren sprunghaft auf das 25-fache an. Als Erklärung kommen undichte Hüllrohre von Brennelementen in Frage, obwohl keine derartigen Ereignisse gemeldet wurden.

2002 – Es lag die Abgabe von Jod-131 sogar 200-fach über dem normalen Niveau.

September 2001 – Es fiel eine der sog. Beckenkühlpumpen aus. Auch die im Brennelementelagerbecken (Abklingbecken) gelagerten abgebrannten Brennelemente müssen ständig gekühlt werden, damit sie sich nicht überhitzen.

1985 fiel bei einer Revision auf, dass das Hochdruck-Notkühlsystem nicht funktionsfähig war, weil eine der vier Pumpen Gas statt Wasser enthielt. Ein Leck im Primärkühlkreislauf hätte somit zur Kernschmelze und damit zum Super-GAU führen können.

Der Energie(atom)konzern E.ON

E.ON ist einer der großen Energieunternehmen in Deutschland und ist international aktiv. E.ON ist einer der „klassischen“ Atomkonzerne und hat in den letzten Jahrzehnten massiv seinen Einfluss in Bezug auf Gewinnmaximierung und Atomkraft ausgeschöpft.

Der Energiekonzern E.ON steht wegen seiner massiven Investitionen in Atomkraft und Kohlekraft in der Kritik. So will der Konzern an vier Standorten neue Kohlekraftwerke bauen und setzt damit seine fossile Investitionspolitik fort. In Datteln baut er derzeit das größte Steinkohlekraftwerk Europas, aufgrund von Planungsverfehlungen hatte das Oberverwaltungsgericht Münster im September 2009 dann jedoch den Baustopp bekannt gegeben. Derzeit hängt die Zukunft des Megaprojekts in der Schwebe.

Um sich ein jedoch nach außen hin grünes Image zu verschaffen, wirbt E.ON beispielsweise mit dem „MeinKlima-Tarif“ und versucht so, ökologisch gesinnte Kunden zu gewinnen. Doch dahinter verbirgt sich Etikettenschindel, denn der Strom wird zum Großteil aus Kohle- und Atomkraft generiert. Der Anteil des ingesamt von E.ON angebotenen Stroms aus erneuerbaren Energie beträgt (wenn man die längst abgeschriebenen Wasserkraftwerke abzieht) jedoch weniger als ein Prozent und zeigt daher die tatsächliche Richtung des größten deutschen Energiekonzerns. Literaturtipp: „Die Geschäfte von E.ON“ von herausgegeben von Urgewald. Hier ein Link dazu: https://www.urgewald.de

Wir wollen hier Infos mal zentral über die „Machenschaften“ von E.ON sammeln. Wer uns noch fehlende Infos liefern kann: SUPER! Schicke die Infos (gern auch als Bilder oder PDF) an diese eMail-Adresse: e-on(at)grohnde-abschalten.de

Radioaktivität im so genannten Normalbetrieb

Der Krebskamin und das radioaktive Abwasser
In der „Propaganda“ der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als „abgasfrei“ bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im so genannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. Die Grenzwerte für erlaubte Radioaktivitätsabgabe des Atomkraftwerks Fessenheim zum Beispiel liegen bei 925 Milliarden Becquerel/Jahr für radioaktives Material und 74.000 Milliarden Becquerel/Jahr für Tritium (laut einer dpa-Meldung). Die erlaubte „Entsorgung durch Verdünnung“, die schleichende Verseuchung über den Kamin und das Abwasser, ist ein Skandal. Dort wo die Atomlobby Wikipedia beeinflusst, heißt der Schornstein der AKW sehr häufig verharmlosend „Abluftkamin“.
Die Kontrolle dieser Messwerte liegt bei dem AKW Betreiber selbst. Wer glaubt da an eine ernsthafte Kontrolle und Information für die Bürger in der AKW-Region?

Krebs und AKW

Aus einer Studie, die das Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Die Studie mit Daten von über 6.000 Kindern liefert die bislang deutlichsten Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken. Das Risiko ist demnach im 5-km-Radius für Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um etwa 120 Prozent. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten. Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8 Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Akw-Standorten.

Wenn japanischen Politiker jetzt sagen, die entwichene Radioaktivität in Fukushima hätte keine gesundheitlichen Folgen, dann ist dies eine unglaubliche Lüge!
Die Politiker dort in Japan erzählen vielmehr so einen unglaublichen Unfug:
Nur Menschen, die unglücklich sind und zu wenig lachen, sind von Radioaktivität bedroht

Youtube-Video – Atomkraftwerke weltweit: Wer ist besonders gefährdet? – Global 3000

Youtube-Video über den Uranabbau in Niger für deutsche AKWs.

Wie viele Menschen leben im Umkreis vom AKW Grohnde?

Die Zeitung „Die Zeit“ hat im Rahmen der Kampagne „OpenData“ demografisches Datenmaterial verarbeitet und die Zahlen der Menschen im Umkreis von den deutschen Atomkraftwerken grafisch aufgearbeitet.

http://opendata.zeit.de/atomreaktoren/#/de/grohnde

Die Zahlen wie auch die Darstellung machen deutlich, was es heißt, wenn in Deutschland mal ein ernsthaftes Unglück passiert.

Wir wollen uns das mal an dem Beispiel des AKW Grohnde vor Augen führen!

Klickt diesen Link an und Ihr könnt rechts den Umkreis festlegen. Ihr seht dann, wie viele Menschen in dem jeweiligen Umkreis betroffen wären.
Man beachte dabei, welcher Umkreis in Tschernobyl wie auch in Fukushima derart radioaktiv verstrahlt sind, dass sie als Todeszone unbewohnbar abgesperrt werden mussten. So ein Radius reicht von 30km bis 80km.

In der Karte können die Bürger selbst schauen, wo ihr Wohnort bzw. die Arbeitsstätte oder die Bekannten und Verwandten sind.

Man darf das Risiko und die Tatsache nicht ausblenden, dass ein Atomunfall passieren kann. Japan hat es ausgeblendet und war nicht auf das Unglück vorbereitet. Nirgends in der Welt sind die verantwortlichen auf einen atomaren Zwischenfall vorbereitet.
Du glaubst das nicht? Dann frage bei Deiner Gemeinde, dem Kreis der dem Bundesland nach. Niemand wird Dir plausible Maßnahmen präsentieren, um eine kurzfr. Evakuierung der Menschen (siehe die Angaben aus dem Link) sicherzustellen. Nie gab es eine Übung, die dies im Umkreis von AKW’s je geprobt hätte.

6 Antworten zu Grohnde / E.ON

  1. informer schreibt:

    Bitte korrigieren:
    Grohnde ist Druckwasser-Reaktor, anders als Fukushima-Daiichi… Dort sind es Siedewasserreaktoren.

  2. James H schreibt:

    Eine FRAGE! Wieso zieht man nicht einfach dort weg, anstatt sich sein leben lang mit diesem Bunker vor der Haustüre zu belasten und auseinander zu setzten? ( bzw außer wenn dort geboren vll. gar-nicht erst hin ziehen? )

  3. Birgit schreibt:

    Ich habe eine Frage und würde mich sehr auf eine Meinung freuen!
    Ich möchte mit meinem Kind (11 Monate) am 13.05. die Großeltern, ca. 2 km vom Kernkraftwerk entfernt wohnend, besuchen.
    Ich habe schon mehrfach gelesen, dass gerade kleinere Kinder wenn möglich zu Revisionszeiten (wenn der „Deckel“ geöffnet wird) das nahe Umfeld des Kernkraftwerkes meiden sollen.
    Laut Umweltministerium sind Reparaturmaßnahmen an Rohrverschraubungen im Volumenregelsystem zur Herstellung der Dichtheit eingeleitet. Außerdem soll ein mechanischer Pumpenschaden vorliegen, inwieweit dieser auf die Pumpe begrenzt ist, soll durch weitere Untersuchungen geklärt werden. Und nun meine Frage:
    Kann es sein, dass bei diesen Reparaturarbeiten erneut erhöhte Strahlung austritt?
    Herzlichen Dank!
    Birgit

    • antiatomowl schreibt:

      Hallo Birgit.
      Das mit dem Öffnen des Reaktordeckels und der austretenden Radioaktivität und ähnlicher gefährlicher Gase passiert wirklich nur beim Öffnen des Deckels. Während der Revision treten dann keine so gefährlichen Gase mehr aus.
      Der Schaden an dem Kühlsystem muss man wesentlich ernster nehmen, als es dargestellt wird. Dies sind für uns die Anzeichen, dass die Anlage massiv dem Alterungsprozess unterliegt. Es treten immer mehr Probleme und Schäden auf. Das ist so wie bei einem Auto. Neu ist alles OK, je älter es wird, desto mehr Reparaturen und Schäden treten auf. Und irgendwann ist das Auto so alt, dass es nicht mehr durch den TÜV kommt. Grohnde ist schon längst über die von den damaligen Ingenieuren geplante Laufzeit. D.h. die komplette Anlage wurde NICHT für eine Laufzeit von 30 Jahren konzipiert und läuft trotzdem weiter – meist unter Vollast, damit EON viel Geld in die Kassen spülen kann…

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