„Rettungschaos“ im Kreis Schaumburg absehbar!

Derzeit prüfen besorgte Bürger und Antomkraftgegner die Katastrophenschutzpläne zum AKW Grohnde. Die ersten Erfahrungen und Meinungen zu den Einsichtnahmen, z.B. in Hameln, haben wir in den letzten Tagen veröffentlicht. Was vorgefunden wurde, waren teilweise inakzeptable „Zustände“. Die Rechte und Pflichten wurden teilweise mit Füßen getreten und die Behörden haben erst nach massivem Druck Einsehen gezeigt. Bisher war das Ganze eine große Peinlichkeit für die Aufsichts- und Planungsbehörden.

Die bisher größte „Katastrophe“ gab es im Kreis Schaumburg. Die Zustände sind derart chaotisch, dass der Landrat explizit darauf angesprochen wurde. Per eMail und persönlichen Nachdruck wurden die Problem vortragen. Wir wollen das nun auch in die Öffentlichkeit bringen. Die Antwort im Gesrpäch vor Ort im Amt war niederschmettert, dass es eh kein Unglück am AKW Grohnde geben wird, wenn doch, gibt es viel Technik die das korrigieren wird, und außerdem haben sich bisher die Bürger nicht über die Katastrophenplanungen informieren wollen. Na, wie auch, wenn das alles verheimlicht wird, sagen wir dazu!

Folgend das eMail-Anschreiben vom 27. Juli 19 Uhr:

Sehr geehrte Landrat Jörg Farr, (vz-landrat.10@landkreis-schaumburg.de)

am Mittwoch haben wir in Stadthagen beim Landkreis Schaumburg Ihren Teil der Katastrophenschutzplanungen zum AKW Grohnde eingesehen.

Inhaltliche Anregungen werden wir in einer Einwendung vorbringen.

Zum Ablauf der Einsichtnahme möchten an unsere Forderung vom 13. Juli 2012 erinnern und Sie bitten, den Katastrophenschutzplan des Landkreises Schaumburg zum AKW Grohnde ins Internet zu stellen, unter anderem damit auch Berufstätige den Plan in Ruhe einsehen können.
Angesichts der Auslegung in den Sommerferien, möchten wir Sie nochmals bitten, die Auslegungs- und Einwendungsfrist zu verlängern.

Seit Donnerstag ist es im Landkreis Hameln-Pyrmont möglich, den Katastrophenschutzplan zum AKW Grohnde im Internet einzusehen. Zudem wurden die Fristen um drei Wochen auf den 7. September 2012 verlängert.

Am 27. Juli hat das niedersächsische Innenministerium unsere eMail vom 13. Juli beantwortet. Es gibt keinerlei Bedenken, die Pläne ins Internet zu stellen. Auch wurde den Landkreisen empfohlen, die Fristen um 3 Wochen zu verlängern.

Das Schreiben haben Sie von uns bereits erhalten.

Konkret zu unserer Erfahrung vor Ort:
Am Mittwoch sprach jemand mit dem Leiter Ihres Ordnungsamt, Herrn Schmieding, ob der Plan kopiert werden dürfte. Amtleiter Schmieding konnte sich nicht dazu durchringen, Kopien zu ermöglichen, obwohl dies sowohl im Landkreis Hameln-Pryrmont, im Landkreis Hildesheim und in der Region Hannover möglich war. Und obwohl dem Amtsleiter bereits dazu eine Nachricht mit der Empfehlung der Fristverlängerung und des Online-Stellens der Polizeidirektion Göttingen vorlag, die als obere Katastrophenschutzbehörde dem niedersächsischen Innenministerium untersteht.

Neben dem AKW Grohnde haben Sie ein weiteres Sicherheitsrisiko, dass für einen Katastrophenschutzfall sorgen kann. Wir erinnern an das Zwischenlager Leese, das scheinbar erst jetzt so richtig auf die Tagesordnung gekommen ist. Dort schlummert wahrscheinlich eine bisher ungeahnt große Katastrophe, da damit zu rechnen ist, dass die ersten Atommüllfässer durchgerostet sind!

Wir würden uns sehr über Ihr Entgegenkommen freuen, dass Sie die Thematik „Katastrophenschutz“ ernstnehmen und entsprechend mit Vorrang und höchster Priorität würdigen. Vielleicht kann Ihre Behörde auch an Bürgerfreundlichkeit als Dienstleistungsbereich der Bürger hinzugewinnen, denn es sind die Bürger mit ihren Steuermitteln, die den Betrieb der Kommunen und der Kreise aufrecht halten, um dem Bürger zu dienen. So obliegt es Ihnen auch, für die maximale Sicherheit zu sorgen – dafür wurden sie in Ihr Amt gewählt.

Mit freundlichen Grüßen

Wenn wir uns die letzten Wochen revue passieren lassen, bekommt man Gänsehaut, in welchem Chaos sich die Rettungskonzepte präsentieren, dass wir inständig hoffen, dass es niemals einen schweren Zwischenfall im AKW Grohnde oder dem Zwischenlager und den Abkühlbecken geben wird.

Doch darf man nicht die Augen verschließen. Das AKW ist am Ende. Das AKW ist entgegen seiner Planung zwei mal in der Leistung erhöht worden. Eine dritte Leistungssteigerung wurde bereits installiert und wartet auf Freigabe durch das Land Niedersachsen. Jeder Fachmann weiß, dass die Ermüdung von Material überproportional mit dem Alter zunimmt. Nun wurde bei den Planungen und Bauarbeiten mit einem festen Ablaufdatum gerechnet. Dies Datum ist jetzt erreicht. Entgegen jeglichem normalen Verstand soll das AKW aber fast 10 Jahre weiterlaufen.

Die Krönung des Ganzen ist dann noch, dass die Aufsichtsbehörden wie auch EON aktiv die Planung führen, Plutonium angereicherten Atommüll in den sogenannten MOX-Brennstäben in Grohnde zu „verfeuern“. Gerade MOX-Brennstäbe haben für eine unfassbare Verseuchung rund um das AKW Fukushima gesorgte, was noch für ein unglaublich lange Zeit auf die Menschen in Japan wirken wird, da es jetzt freigesetzt, die Bürger gesundheitlich belastet. Es gibt erste Ergebnisse, dass in Fukushima jedes 3. Kind Zeichen von Veränderungen aufweist, die klar auf die atomare Strahlung zurückzuführen ist. Mit vollem Bewußtsein, dass die Früchte aus der Region Fukushima verseucht sind, wurden diese zum Verzehr und Verkauf freigegeben. Das japanische Volk wird systematisch atomaren Strahlungen in der Umwelt wie in den Lebensmitteln ausgesetzt. Unfassbar, wie ein Staat dies nach den beiden Atombomen zum Ende des 2. Weltkriegs zulassen kann. Dazu kommt als dreiste Krönung, dass nun AKWs in dem schwer gebeutelten Land hochgefahren werden. Die massiven Proteste werden ignoriert – sogar bei uns in den Medien werden diese Proteste weitestgehend verheimlicht…

Bei dem Stichwort „verheimlicht“ greifen die Aktivisten der Regionalkonferenz „Grohnde abschalten“ nun deutlich in der Region ins Geschehen ein. Zentrale Forderung ist:

  • Keine Verheimlichung der Katastrophenschutzpläne
  • Alle Unterlagen müssen schnellst möglich im Internet veröffentlicht werden
  • Erkenntnisse aus Japan und dem SuperGau müssen schnell in die Rettungspläne einfließen, ein jahrelang auf die Bank schieben ist bei der Hochrisikotechnologie Atomkraft absolut indiskutabel.

Desweiteren erwarten die Atomkraftgegner, dass mit der langen Laufzeit des AKWs Fakten auf den Tisch kommen, welche Risiken es gibt und wie diesen Risiken begegnet wird. Sind die Risiken zu hoch, muss das AKW abgeschaltet werden, so wie jeder risikobehaftet Gewerbebetrieb still gelegt werden muss.

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